Logo
Religionen

Wie viel Gewicht hat die Religion?

27.10.2020
Eine repräsentative Befragung der Universität Luzern zeigt auf, wie uns Religion trennt und verbindet. Themen sind etwa Diskriminierung, aber auch die Voranstellung der Religion vor der Verfassung. Imam Rehan Neziri und Monica Ferrari vom Interreligiösen Arbeitskreis ziehen einen Vergleich zum Thurgau.

Ein Teilaspekt der Befragung befasst sich mit der Voranstellung der eigenen Religion vor der Verfassung, der auch in der Thurgauer Zeitung thematisiert wurde. Befragt wurden über 3000 Menschen unterschiedlicher Konfession im Alter von über 16 Jahren. Die Auswertung zeigt, dass 23 Prozent der befragten Muslime der Religion im Konfliktfall Vorrang vor der Verfassung geben, bei den Katholiken sind es 13 Prozent und bei den Evangelisch-reformierten 12 Prozent. Mitglieder von Freikirchen schwingen mit fast 50 Prozent oben aus. Trotz der Zahlen hält der Studienautor Professor Antonius Liedhegener in seinem Fazit fest, dass ein Vorrang der Religion gegenüber der Verfassung selten ist und sich vor allem in Splittergruppen zeigt. Nur kleine Minderheiten würden Positionen vertreten, die als dogmatisch oder fundamentalistisch bezeichnet werden müssen.

Verantwortung wahrnehmen
Rehan Neziri, Imam der Albanisch-Islamischen Gemeinschaft in Kreuzlingen, bereiten diese Zahlen Sorge. «Schon ein Prozent wäre problematisch », fügt er an. Er sieht sich deshalb als Imam in der Verantwortung, solchen Tendenzen mit Vorträgen vor Jugendlichen und Erwachsenen sowie im Religionsunterricht entgegenzuwirken. Er sieht dies aber auch als Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Im Thurgau ist ihm nur jener Fall bekannt, bei dem ein Vater aus Kreuzlingen seine Tochter nicht zum schulischen Schwimmunterricht schicken wollte. Dies stiess bei Neziri auf Unverständnis, was er dem Vater auch kundtat. Auch könne man die Verfassung nicht mit dem Koran oder der Bibel vergleichen. «Die Schweizer Verfassung ist kein heiliges Buch, und der Koran keine Verfassung », sagt der Imam. In Konfliktfällen gilt für ihn das Verfassungsrecht und der religiöse Text bleibt, wo er hingehört. Dies gebe er auch seinen Gemeindemitgliedern weiter.

Viele Freiwillige
Die Thurgauer Sozialdiakonin Monica Ferrari ist überrascht über die hohe Zahl der Mitglieder der Freikirchen, die ihre Religion über die Verfassung stellen. Diese Mitglieder erfahren laut der Umfrage in der Schweiz am meisten Diskriminierung, seien auch am wenigsten bereit, einen Menschen zu heiraten, der der eigenen Freikirche nicht angehöre. Hier wäre es laut Ferrari wichtig, diese für den interreligiösen Dialog zu gewinnen, was bis jetzt nicht erfolgreich war. Was die beiden Vorstandsmitglieder an der Umfrage besonders freut, ist die hohe Bereitschaft aller Befragten, gleich welcher Religion oder Konfession sie angehören, sich ehrenamtlich zu engagieren. Dies beobachteten sie auch im Thurgau. Neziri sagt dazu: «Nur ich als Imam werde bezahlt, alle anderen arbeiten ehrenamtlich.» In der evangelisch- reformierten Kirche würde ohne Freiwillige nichts oder nur wenig laufen. Hier zeigt die Umfrage, dass Religion ein Pfeiler des freiwilligen gesellschaftlichen Engagements ist. Ein weiteres verbindendes Fazit der Umfrage besteht darin, dass jene Menschen den interreligiösen Dialog wertschätzen, denen ihre eigene religiöse Identität wichtig ist.

 

(Claudia Koch)

 

Ganze Studie «Wie Religion uns trennt und verbindet»

Bahá’i begegnen

Anlässlich der Woche der Religionen ermöglicht der Interreligiöse Arbeitskreis Begegnungen mit Mitgliedern der Bahá'i Gemeinschaft im Thurgau. Das Bahaitum ist eine weltweit verbreitete Religion mit rund acht Millionen Anhängern, die eine offene und tolerante Form eines abrahamitischen Monotheismus vertreten. Die Begegnungen finden am Donnerstag, 12. November 2020, um 19 Uhr in Hauskreisen in Arbon statt. Anmeldung bis 9. November an Matthias Loretan: dialog@thurgau-interreligioes.ch.  pd


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

Kommentar erstellen