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Gesellschaft

«Das Geheimnis der Schweiz»

20.07.2021
Die Thurgauer Pfarrerin Christa Heyd spricht vom «Geheimnis der Schweiz», wenn es um den Nationalfeiertag geht. Seit Jahren macht sie sich Gedanken zu den geistlichen Wurzeln der Schweiz, die für sie sehr bedeutsam sind und auch in den christlichen Werten zu suchen seien, sagt Heyd.

«Obwohl der 1.August kein biblischer oder kirchlicher Feiertag ist, wird in der Schweiz dieser Tag seit 1994 als arbeitsfreier Tag gefeiert», sagt Christa Heyd. Erstmals sei er am 1.8.1891 begangen worden – auch wenn das Datum des Rütlischwurs nicht sicher belegt ist. «Die Berner wollten 1891 das 700-jährige Bestehen der Stadt feiern in Verbindung mit einer 600-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft.»  Man habe sich auf den Bundesbrief von 1291 bezogen, worin der den Bund die drei Urkantone festhielt.

Tragende Grundlagen

Christa Heyd: «Historiker zählen von 1251 bis 1386  82 Dokumente, mit denen ähnliche Bünde besiegelt wurden. Mit dem Rütlirapport von General Guisan verband sich der Rütlischwur mehr mit dem 1.8.  Dieser wurde vom Bundesrat 1889 als Schweizer Bundesfeiertag festgelegt.  Die Volksinitiative  für einen arbeitsfreien schweizweiten Bundesfeiertag  wurde 26. September 1993 angenommen. Der Bund zieht sich wie ein roter Faden durch die Schweizer Geschichte bis heute. Gerade in einer Zeit zunehmender Unverbindlichkeit und Bindungsscheu gilt es sich auf tragende Grundlagen zu besinnen.»

Quelle des Segens

Ihre Herzensanliegen thematisiert Christa Heyd seit 2014 jeweils anlässlich der Nollen-Gottesdienste am Bundesfeiertag. Sie betont, dass am 1. August 2021 – mit Start um 9.30 Uhr in der Kirche Schönholzerswilen – trotz 50 Jahren Frauenstimmrecht für sie persönlich als Pfarrerin und Frau nicht die Gleichberechtigung der Frauen im Fokus stehe. Vielmehr will sie den 730. Jahrestag des Rütlischwurs thematisieren und betont: «Der Bund mit Gott und Menschen als Quelle des Segens für unser Land ist wohl einzigartig in Europa.» Die Schweiz, sagt sie, «schon geographisch in Herzform in der Mitte Europas gelegen, dürfte mit ihrem ausgewogenen Bund der Kantone zum Herz und Vorbild für Europa werden ». Mit dabei ist in diesem Jahr unter anderem Nationalrat Christian Lohr.

Gott auf dem Fünfliber

In früheren Nollen-Gottesdiensten hat Christa Heyd ebenfalls Themen aufgegriffen, die mit den christlichen Wurzeln der Schweiz zu tun haben, die für das Land wichtig seien. So hat sie auch schon den Schweizerpsalm als Liebeserklärung an Gott und die Heimat bezeichnet, oder andere Aspekte beleuchtet, so zum Beispiel unter anderem die Präambel der Bundesverfassung («Im Namen Gottes») oder die Inschrift  «Dominus providebit» (Gott sieht voraus und sorgt vor) auf dem Schweizer Fünfliber.

pd


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