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Gesellschaft

«Ich trage die Tracht mit Stolz»

20.07.2016
KRADOLF TG. Die Kauffrau und Politikerin Ursula Kessler-Keller beantwortet im Interview Fragen zum Vereinsleben und zum christlichen Glauben.

Ursula Kessler-Keller

Name: Ursula Kessler-Keller (60)

Wohnort: Kradolf

Beruf: Kauffrau und nebenberufliche Politikerin

Kirchliches Engagement: Regelmässige Besucherin

Organisation: Jodelklub Klein Rigi, Gemeinderat von Kradolf-Schöneberg

 

Was gefällt Ihnen am Vereinsleben besonders?

Mir gefällt besonders die Kameradschaft im Jodelklub und dass wir im Team Ziele erarbeiten und umsetzen. Trotz der schnelllebigen Zeit können sich der Jodelklub und das Volksbrauchtum mit ihren bodenständigen Werten bis heute behaupten.

Was könnte man verbessern in Ihrer Organisation?

Wir müssen uns laufend verbessern, um das Publikum mit unserem Liedgut und der Tradition zu begeistern. Der Jodelklub beschränkt sich längst nicht mehr auf Stücke, die die Heimat als heiliges Fleckchen Erde glorifizieren. Neuzeitliche Kompositionen beschreiben Dinge, die nicht nur von Sennen, sondern von allen Menschen nachvollziehbar sind. Auch unser Unterhaltungsabend haben wir den Bedürfnissen der Zuhörer angepasst. Der Abend soll ein Ort der Begegnung und des Austausches sein. Wer sitzt denn schon gerne 4 Stunden auf demselben Stuhl und hört nur zu? Uns freut es natürlich sehr, dass es uns mit dem Raclette-Abend mit Unterhaltung gelungen ist, auch Eltern mit Kindern anzusprechen.

Welchen Beitrag kann Ihre Organisation für die Gesellschaft leisten?

Wir können das Volksbrauchtum und die Tradition unserer Schweiz erhalten. Ich bin stolz eine Schweizerin zu sein und trage die Thurgauer Tracht mit Stolz und aus voller Überzeugung.

Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben? Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?

Der Glaube spielt eine sehr wichtige Rolle in meinem Leben! Ich hole darin Kraft und Trost. Der Glaube stärkt mich im Handeln und im Tun. Ich versuche auch im Glauben andere Menschen mit verschiedenen Nationen und Glaubensrichtungen besser zu verstehen. Hass, Gewalt und Terror haben keinen Platz auf dieser Welt und in meinem Herzen.

Gibt es etwas, was die Kirche von Ihrer Organisation lernen könnte?

Die Kirche könnte sich an die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaft besser anpassen. Ich bedaure es sehr, dass immer mehr Menschen aus ihrer Religion austreten, weil sie das Handeln und die Glaubensvorgabe nicht akzeptieren können. Harmonie ist im Gesang ganz wichtig und sollte auch im Alltag eines jeden Menschen als Vorsatz verfolgt werden. Das Miteinander bringt Vereine und die Politik weiter: gute Vorschläge gemeinsam weiterverfolgen und nicht bekämpfen. Ein guter Ton gehört zu Anstand und Respekt.