News aus dem Thurgau

Auf innere Stimme hören

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18.10.2017
15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind hochsensibel. Sie haben ein grosses Verlangen nach Ruhe und zurückgezogenheit. Und sie werden häufig missverstanden.

¬ęIch w√§r so gern ein Elefant, dann w√ľrde ich jubeln laut. Es geht mir nicht ums Elfenbein, nur um die dicke Haut¬Ľ: Hochsensible Menschen k√∂nnen sich mit diesem Spruch wohl gut identifizieren. Rund 15 bis 20 Prozent der Bev√∂lkerung geh√∂ren zu dieser Gruppe.

Zu viel, zu laut

Schon zeitig fallen sie aus dem Rahmen als √ľberangepasste Kinder mit grossem Harmoniebed√ľrfnis, h√§ufig kr√§nkelnd, schm√§chtig, und mit einem grossen Bed√ľrfnis nach Ruhe und Zur√ľckgezogenheit. Wenn andere Kinder toben, sitzen sie mit einem Bilderbuch stundenlang in der Ecke und sp√ľren den Fabelwesen nach. Mimosenhaftigkeit wird ihnen nachgesagt, die sie leicht zum Aussenseiter macht. Ihre Wahrnehmung als neurologischer Prozess ist st√§rker, die Filtersysteme sind schw√§cher. Durch das Ph√§nomen der √úberreizung wird es schnell zu viel, zu laut, zu schmerzhaft.

Feine Antennen

Gerechtigkeitsfragen lassen sie dicht an sich heran. Naturerlebnisse, die F√§higkeit nach innen zu lauschen sind f√ľr Hochsensible wunderbare Erfahrungen, um den Einklang von Geist, K√∂rper und Seele zu erfahren. Die feinen Antennen der Hochsensiblen gehen oft mit k√ľnstlerischer Begabung einher. Spiritualit√§t und Fragen nach dem Sinn des Lebens sind Balsam f√ľr ihre Seele. Sylvia Harke ermutigt in ihrem Buch ¬ęHochsensibel ‚Äď Was tun?¬Ľ die Leser, auf die innere Stimme zu h√∂ren und ganz sie selbst zu werden. Hochsensibilit√§t ist keine Krankheit, aber sie ver√§ndert die Wahrnehmung, macht Personen empfindlicher und verletzlicher, aber auch leistungsf√§higer in speziellen Teilbereichen.

Kurs ¬ęLeben mit Hochsensibilit√§t¬Ľ mit Psychotherapeutin¬†und Theologin Antje Sabine Naegeli: Samstag, 11. November,¬†9.30 Uhr bis Sonntag, 12. November, 16 Uhr, Kartause¬†Ittingen.

(Rosemarie Hoffmann, 18.10.2017)

 

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