News aus dem Thurgau

Babyboomer stürmen Pilgerwoche

von Cornelia Brunner-Scherrer
min
27.05.2026
Jedes Jahr bieten die Evangelischen Kirchgemeinden Wil und Kirchberg SG die Pilgerreise «Schritt für Schritt» an. Menschen, die kurz vor der Pensionierung stehen, erhalten während fünf Tagen auf gemeinsamen Wanderungen Impulse für ihren nächsten Lebensabschnitt.

 

Die Idee 

Was? «Schritt für Schritt» ist eine fünftägige Pilgerwanderung im Oberen Donautal als Vorbereitung und Annäherung an die Pensionierung. Jeder Tag steht unter einem einfachen Thema: So bin ich hier – da komm ich her – da will ich hin – so nehme ich mich mit – so gehe ich. Die täglichen Impulse werden im stillen und gemeinsamen Unterwegssein vertieft. «Wegzeichen» und Gleichnisse am Wegrand fördern den inneren Prozess.

Wer? Die Pilgerreise «Schritt für Schritt» wird durch die Evangelischen Kirchgemeinden Wil und Kirchberg SG jährlich angeboten. Sie wird von Brigitte Witzig, Diakonin in Kirchberg und Thomas Gugger, Coach und Pilgerbegleiter aus Wil verantwortet.

 

Das Interview

Thomas Gugger, wie ist das Projekt entstanden?

Unsere unterschiedlichen Pilgerangebote sind seit Jahren sehr gut besucht. Während den letzten vier Jahren konnte ich im Rahmen der Erwachsenenbildung je einen Workshop «Begeistert in den dritten Lebensabschnitt» durchführen. Daraus ist der Wunsch entstanden, speziell eine Pilgerwoche mit dem Thema rund um die Pensionierung anzubieten. Die Babyboomer sind momentan vermutlich die grösste Bevölkerungsgruppe in unserer Kirche.

Was haben Sie mit dem Projekt schon erreicht?

Der Pilotdurchgang letztes Jahr war ausgebucht und ein voller Erfolg, die Rückmeldungen begeisternd. In diesem Jahr ist die Woche ein gutes halbes Jahr vor der Durchführung bereits ausgebucht.

Was können andere Kirchgemeinden von Ihrem Projekt lernen?

Pilgeranlässe in der Kirchgemeinde eignen sich sehr gut, ein klar definiertes Publikum mit spezifischen Themen anzusprechen und mit ihnen im wahrsten Sinne des Wortes «eine Meile» zu laufen. Dabei spielen weder Frömmigkeit noch Nähe zur Kirchgemeinde der Teilnehmenden eine Rolle.

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