News aus dem Thurgau

Diskriminierung endlich beenden

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24.10.2019
Was meint Pfarrer Peter Kuster zur Öffnung der kirchlichen Trauung für gleichgeschlechtliche Paare?

┬źNach 3000 Jahren Diskriminierung von Homosexuellen in der j├╝disch-christlichen Tradition ist es nach meiner Meinung h├Âchste Zeit, eine vollwertige Ehe auch Schwulen und Lesben zuzugestehen. Eine kirchliche Trauung dr├╝ckt diese Wertsch├Ątzung von Menschen aus, die einen anderen Lebensstil leben als den in den Kirchen traditionellerweise gew├╝nschten heterosexuellen. Dass diese Wertsch├Ątzung in der Kirche endlich Wirklichkeit wird, erhoffe ich. Ich f├╝rchte allerdings auch, dass die Spannungen innerhalb unserer Kirche zunehmen. Es wird viel Achtsamkeit und gegenseitiger Respekt notwendig sein, um im Dialog zu bleiben. Es f├Ąllt mir immer wieder auf, wie wenig Menschen ihre Gottesbilder reflektieren. Vielen ist einfach klar, was Gott will: Er will das Gleiche wie sie. Ich hoffe, dass die vom SEK angestossene ├ľffnung einen innerkirchlichen selbstkritischen Reflexionsprozess ausl├Âst, der solche Projektionen hinterfragt. Die anstehenden Auseinandersetzungen werden uns auch zwingen, unser aller Schriftverst├Ąndnis neu zu ├╝berdenken. Das heisst, ich erwarte eigentlich einen Reformprozess innerhalb der Kirche(n). Ich verstehe die Nachsicht gegen├╝ber Pfarrpersonen nicht, die weiterhin Homosexuelle diskriminieren, indem sie ihnen eine kirchliche Trauung verweigern. Das Diskriminierungsverbot gilt auch in der Kirche. Vor 60 Jahren waren ├╝brigens ├Âkumenische Trauungen keine Selbstverst├Ąndlichkeit. In 60 Jahren wird man m├Âglicherweise ├╝ber unsere heutigen Probleme den Kopf sch├╝tteln.┬╗

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