News aus dem Thurgau

Flüchtlinge suchen ein Zuhause

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23.08.2017
Das Engagement zur Integration von Flüchtlingen braucht Ausdauer und ein Herz zur Begegnung mit Fremden. Ruth Pfenninger aus dem Kemmental schenkt ihre Zeit dieser Aufgabe – und gibt uns einen Einblick.

Jede Woche besucht Ruth Pfenninger im Kemmental ¬ęihre¬Ľ gefl√ľchteten Freunde aus Albanien, Afghanistan und Eritrea zweimal in ihren Wohnungen. Sie pflegen den guten und regelm√§ssigen Kontakt im lebhaften Deutschunterricht und setzen sich mit den Lebensbedingungen in der Schweiz auseinander, sprechen auch √ľber Werte und Normen wie zum Beispiel die Abfalltrennung. Zu Ruth Pfenningers Aufgaben geh√∂ren die Organisation und Begleitung zu Arztterminen, pflegerische Hilfeleistung im Krankheitsfall oder notwendige Beh√∂rdeng√§nge, alles in enger Zusammenarbeit mit der Sozialbeh√∂rde. Ihre kontinuierliche Begleitung sorgt f√ľr Verl√§sslichkeit und sie wirkt vertrauensbildend. Tragf√§hige Strukturen zur Bew√§ltigung traumatisierender Ersch√ľtterungen sind entstanden.

Arbeit bringt allen etwas

Ein wichtiges Diskussionsthema ist die Arbeit. Im Kemmental ist man in der gl√ľcklichen Lage, laufend vielf√§ltige Besch√§ftigungsprogramme anbieten zu k√∂nnen: in der Landschaftspflege ebenso wie in der Unterst√ľtzung f√ľr die Bev√∂lkerung. Dies hilft, Wartezeiten zu √ľberbr√ľcken und unt√§tiges Herumsitzen zu vermeiden. Die gute Resonanz in der Zivilbev√∂lkerung best√§rkt Ruth Pfenninger, immer¬†weiter in dieser Richtung aktiv zu sein. Das vorhandene Potential wird wahrgenommen, und es ist der Integration f√∂rderlich.

Sie leben in Ungewissheit

Ruth Pfenninger bewundert die Geduld der Fl√ľchtlinge w√§hrend der Zeit der¬†Ungewissheit √ľber ihren Asylbescheid. Diese sind getrennt von ihren Familien √ľber lange Zeit. Das Handy schafft ein wenig Verbindung. Das Gebet vermag die Hoffnung auf ein Wiedersehen zu st√§rken. Die religi√∂sen Festtage und Rituale tragen dazu bei, Br√ľcken zu bauen. Oft fragt sich Ruth Pfenninger, wie die Fl√ľchtlinge diese Situation ertragen, speziell die Minderj√§hrigen. ¬ęWas haben ihre Augen gesehen, ihre Ohren geh√∂rt? Wo sind Mutter und Vater?¬†Was erwartet sie mit dem ‚ÄĻAbenteuer¬†Europa‚Äļ oder auf der Suche nach dem besseren¬†Leben? Wo finden sie Schutz und Geborgenheit?¬†¬Ľ Sie hat den Eindruck, mit den unbegleiteten¬†Kindern und Jugendlichen nicht¬†gen√ľgend mitf√ľhlen zu k√∂nnen: ¬ęIch bin betroffen.¬Ľ Ruth Pfenninger freut es, dass sich¬†auch andernorts Menschen mit grossem Einsatz¬†f√ľr die Integration engagieren. Einen¬†√úberblick zu verschiedenen Integrationsangeboten¬†bietet eine neuartige Smartphone-App (siehe Kasten).

(dg, 24.08.2017)

 

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