News aus dem Thurgau

Frauenpower im Aufbruch

von Meike Ditthardt
min
11.06.2026
«Mitte 40 sinkt die Lebenszufriedenheit vieler Frauen auf einen Tiefstand» – so die Erfahrung der Psychologin Sabine Fürbringer. Diese Krise kann aber zur Chance werden, um neu durchzustarten.

Was Frauen in der Lebensmitte brauchen und was Frausein im Aufbruch bedeuten kann, weiss Sabine Fürbringer aus ihrer reichen Erfahrung: Sie hat eine eigene Praxis in Winterthur, arbeitet teilzeitlich am Psychotherapiezentrum der Universität Zürich und unterrichtet Psychologie am Theologisch-Diakonischen Seminar in Aarau. Sie erklärt: «Die Schnittstelle von Psychologie und Glaube hat mich seit meinem Studium begleitet.»

In der Lebensmitte kumulieren Herausforderungen und Umbruchzeiten: Oft sind Frauen in ihrer beruflichen Situation unzufrieden, suchen in der Partnerschaft eine Weiterentwicklung, müssen die Mutterrolle neu definieren, mit körperlichen Symptomen kämpfen. Sie sehnen sich nach Veränderung.

Dabei sind sie mit sich selbst, ihrem «Gewordensein» und auch mit dem noch nicht Gelebten konfrontiert. Die gefühlte Krise kann aber zur Chance und Neuorientierung werden. Dabei kann laut Fürbringer zum Beispiel die Birkman-Methode unterstützen: «Der Test ist äusserst hilfreich, wenn es um Neuorientierung oder die berufliche Ausrichtung geht.»

Die Psychologie erkenne Spiritualität mittlerweile als wesentliche Grundlage eines gelingenden Lebens an: Das «Eingebettetsein in ein grosses Ganzes» und die Sinnhaftigkeit des Lebens geben einem Menschen Halt und Orientierung. Der christliche Glaube spricht von der Hoffnung als Zukunftsvision in Übergangsprozessen, die zum Handeln anspornt. Das kann Kraft kosten und das Loslassen des Alten bedingen.

Der Glaube sei dabei eine gewaltige Ressource. Fürbringer bezieht sich gerne auf den Psychologen William James: Er ortete das Leben ebenso sehr in den fliessenden Übergängen wie in den stabilen Abschnitten. Oft sei es in den langwierigen Prozessen, die «ans Eingemachte» gehen, noch nachdrücklicher zu erfahren.

Loslassen und Dazugewinnen vollzögen sich in einem dynamischen Zusammenspiel. «Das erinnert an Jesu Worte: Wer das Leben retten will, verliert es, wer es aber verliert, gewinnt es. Oder an das Bild vom Weizenkorn, das erst in die Erde fallen und sterben muss, bevor es Frucht bringt.»

Powerseminar für Frauen in der Lebensmitte: Samstag, 6. Juni, 9 bis 17 Uhr, Kartause Ittingen. Kosten: 175 Franken, inklusive Mittagessen. Weitere Informationen und Anmeldung: www.tecum.ch

Unsere Empfehlungen

Barfuss unter den Reichen

Barfuss unter den Reichen

Vor 800 Jahren starb Franz von Assisi, der Mann, der geschwisterliche Liebe predigte und Besitz für eine Zumutung hielt. Sein Orden lebt bis heute – auch in Zürich, einer der teuersten Städte der Welt. Drei Tage bei Männern, die nichts besitzen und behaupten, genau deshalb reich zu sein.
Vertraulich und offen austauschen

Vertraulich und offen austauschen

Mit dem Grosselternsein beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der eine Menge neuer und spannender Erfahrungen und Herausforderungen mit sich bringt. Der Grosseltern-Treff schafft Raum, sich mit anderen auszutauschen, Fragen und Erfahrungen in die Runde einzubringen und zu besprechen.
Mit eigener Stimme Ja sagen

Mit eigener Stimme Ja sagen

Meist liegt der Täufling im Arm der Eltern. Manchmal aber steht jemand selbst am Taufstein oder im Wasser: eine Jugendliche, die als Kind nicht getauft wurde und sich vor der Konfirmation dafür entscheidet. Oder ein Mensch mitten im Leben, der auf Umwegen zum Glauben gefunden hat. Erwachsenentaufen ...