News aus dem Thurgau

«Gipfelerlebnisse sind ihren Preis wert»

min
30.10.2021
In der Sozialpädagogischen Pflegefamilie Störchli wird versucht, die Kinder mit ihren Handicaps nach ihren Möglichkeiten in die Eigenständigkeit und Eigenverantwortung zu führen. Dies sollte automatisch zu einer Bereicherung und somit auch Entlastung – respektive Stärkung – der Gemeinschaft führen.

Patrick Störchli


Alter:
 52
Wohnort:¬†M√ľnchwilen
Beruf: Sozialpädagoge, Betriebsleiter Sozialpädagogische Pflegefamilie Störchli (SPP) unter dem Dach des Vereins Eckstein
Kirchliches Engagement:¬†Katholischer Freikirchen-Besucher mit guten Verbindungen zur Evangelischen¬†Kirchgemeinde M√ľnchwilen
Mitgliedschaft: Sozialpädagogische Wohngruppe Verein Eckstein
Hobbys: Volleyball, diverse Ballsportarten, Garten, lesen, werken

 

Was gefällt Ihnen am Vereinsleben besonders?
Zusammen mit meinem Team darf ich mit Kindern unterwegs sein, sie begleitend unterst√ľtzen, stabilisieren und st√§rken. Wir d√ľrfen ihnen ein Zuhause geben, in welchem sie Sicherheit erleben, gesunden k√∂nnen, ihr Potenzial erkennen und entwickeln d√ľrfen. Das ist sehr oft intensiv und braucht einen langen Atem ‚Äď und zwar f√ľr alle Beteiligten. Aber die Gipfelerlebnisse sind ihren Preis wert.

Was könnte man verbessern in Ihrem Verein?
Verbesserungspotenzial gibt es immer. Ich habe jedoch eher das Motto, mich √ľber das zu freuen, was ich habe ‚Äď und nicht dar√ľber zu jammern, was nicht ist. Nat√ľrlich jammere ich auch immer wieder mal, aber nicht an dieser Stelle. Und in diesem Sinne freue ich mich √ľber die Zusammenarbeit mit den kantonalen Beh√∂rden, Eltern, Beist√§nden, Gemeinden und der Schule vor Ort, welche uns alle den n√∂tigen Freiraum erm√∂glichen, um mit unseren Kindern zu arbeiten.

Welchen Beitrag kann Ihr Verein¬†f√ľr die Gesellschaft leisten?
Wir versuchen im Alltag, die Kinder mit ihren Handicaps nach ihren M√∂glichkeiten in die Eigenst√§ndigkeit und Eigenverantwortung zu f√ľhren. Dies sollte automatisch zu einer Bereicherung und somit auch Entlastung ‚Äď respektive St√§rkung ‚Äď der Gemeinschaft f√ľhren.

Welche Rolle spielt der Glaube in¬†Ihrem Leben? K√∂nnen Sie daf√ľr ein¬†konkretes Beispiel nennen?
¬ęFormel-1-m√§ssig¬Ľ ausgedr√ľckt, ist mein Glaube das DRS (System zur Verminderung des Luftwiderstandes), welches mir zus√§tzlichen Schub im Alltag verleiht. Im Gegensatz zur Formel 1 ist der Glaube jedoch immer verf√ľgbar.

Gibt es etwas, was die Kirche von Ihrem Verein lernen könnte?
Ich masse mir nicht an, hier irgendwelche Tipps zu geben, sondern freue mich √ľber das Vorhandene. So durften unsere Kinder, trotz teils erh√∂htem Betreuungsbedarf, an der Kinderwoche der Kirchgemeinde Eschlikon teilnehmen. Das haben wir sehr gesch√§tzt. Mir scheint das unter anderem der Auftrag der Kirche zu sein, Menschen einen Platz zu geben, welche nicht den ¬ęNormen¬Ľ entsprechen. Und wenn wir zur√ľckschauen auf Jesus und seine ¬ęJ√ľngertruppe¬Ľ, sehe ich da einige Parallelen.

 

(Interview: Jana Gr√ľtter)

Unsere Empfehlungen

Die Kirche geht zu den Menschen

Die Kirche geht zu den Menschen

Im Frühling wird der Romanshorner Pfarrer Lars Heynen Präsident der Redaktionskommission des Kirchenboten. Im Interview sagt er, wie er sich die Zukunft des viel gelesenen Blattes vorstellt.
Starke Beziehungen trotz sozialer Medien

Starke Beziehungen trotz sozialer Medien

Eine Vorliebe für Technologie, immer online, ungeduldig und fordernd, gesundheits- und umweltbewusst, mit einer Sprache, die man sonst kaum versteht: Wie die «Generation Z» auch Thurgauer Kirchgemeinden fordert.
Das Hungertuch sensibilisiert

Das Hungertuch sensibilisiert

Recht auf Nahrung, Essensproduktion und Ernährungsgewohnheiten: Diesen Themen widmet sich die Ökumenische Kampagne 2023 während der Passionszeit. Einen Beitrag zur Sensibilisierung leistet das Hungertuch.
Beten ist Beziehungspflege

Beten ist Beziehungspflege

Kein Leben ohne Atmen. Kein Glauben ohne Beten. Das Gebet ist existenziell bedeutsam für das Glaubensleben. In ihm geschieht Anrede und die Hoffnung auf Antwort. Wie auch immer diese sich gestaltet: Beten ist Beziehungspflege und Gemeinschaftsvergewisserung.