Lasten auf dem Nollen abgelegt
Der Gottesdienst wurde von verschiedenen Mitwirkenden gestaltet. Musikalische Beiträge, Gebete und drei Kurzandachten griffen ein gemeinsames Thema auf: Die Vergebung und, damit verbunden, die seelische und psychische Gesundheit des Einzelnen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Menschen gerade in schwierigen Lebensphasen neue Orientierung, Hoffnung und innere Stärke finden können.
Als anschauliches Beispiel wurde von Pfarrerin Christa Heyd das Leben der Glaubensfrau Ida von Toggenburg (1140 - 1226) vorgestellt. Ihr Lebensweg zeige, dass selbst aus tiefen persönlichen Krisen neue Hoffnung, Zuversicht und geistliche Kraft erwachsen könnten. Der katholische Theologe und Jugendleiter Christian Brändle betonte, dass Versöhnung dann gelingen könne, wenn man sich zuerst mit Gott und dann mit den Menschen versöhne, und sich dann auch selber vergeben könne. Und der reformierte Pfarrer Richard Zberg wies auf die zentrale Bedeutung des Kreuzes Jesu Christi und die Wichtigkeit der Vergebung hin, welche Gott durch Christus am Kreuz geschaffen habe. Gegen Schluss des Gottesdienstes luden Fritz Wälchli und drei Mitglieder des Grossen Rates, Jakob Auer, Christina Fäsi-Egloff und Andreas Siegrist, zur Fürbitte und zum gemeinsam gesprochenen Unser Vater ein.
Die Teilnehmenden wurden bereits vor dem Gottesdienst eingeladen, einen «Stein der Belastungen» mitzunehmen. Nach der Feier bestand die Möglichkeit, diesen beim Holzkreuz auf dem Nollen, dem Nollenkreuz, als sichtbares Zeichen persönlicher Anliegen und Schuld niederzulegen. Das symbolische Ablegen der Belastungen am Kreuz soll Hoffnung schenken und ermutigen, Lasten immer wieder im Vertrauen auf Jesus Christus abzugeben. Der Alpsegen am Kreuz und die Möglichkeit, bei Speis und Trank die Gemeinschaft weiter zu pflegen, rundeten den Anlass ab.
Lasten auf dem Nollen abgelegt