Unterrichten in Malaysia
Eines ist gewiss: Langweilig wird es Daniel Gloor in den kommenden Jahren nicht. Denn für den 63-Jährigen gibt es immer noch viel zu lehren, zu lernen, zu entdecken.
Der sprachgewandte Theologe wuchs mehrheitlich in Kloten auf. «Der Einstieg in die Primarschule war sprachlich sehr schwierig», sagt Gloor, dessen Mutter aus dem französisch sprechenden Jura stammt. Mit dem Theologiestudium kamen noch Griechisch, Latein und Hebräisch dazu.
Vor dem Studium absolvierte er die Primarlehrerausbildung. Seinen Master- und Doktortitel erwarb er in Princeton (1994), Montpellier und New York (1998). Nach dem Theologiestudium stellte sich die Frage: Sollte er eine kirchliche oder akademische Laufbahn einschlagen?
Ein einjähriges Vikariat in Payerne und ein Aufenthalt in Kamerun wiesen ihm den Weg: «Ich wollte nicht predigen. Ich wollte im Ausland lehren und lernen.» Da kam der Stellenausschrieb der Basler Mission, heute «Mission21», für eine Lehrtätigkeit in Sabah, Malaysia gerade richtig.
Ohne Sprachkenntnisse und nach genauer Prüfung – die Basler Mission wollte nach seinen vielen Reisen wissen, ob er es an einem Ort länger aushalte – reiste er nach Sabah. Im Gepäck hatte er einen sechswöchigen Präparationskurs im Missionshaus in Basel. «Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete. Doch Abraham wusste auch nicht, wohin er geschickt wurde», sagt Gloor.
Um Malaysisch zu lernen, ging er zwölf Wochen nach Kuala Lumpur. Zurück am STS wählte er als Unterrichtsfach Griechisch, das er gut beherrschte. In Sabah unterrichtet er junge Menschen im Vollzeitstudium, die Pfarrer oder Pfarrerin werden wollen. Die jungen Studierenden haben im islamisch geprägten Malaysia viele Fragen zu biblischen Figuren, die auch im Islam erwähnt werden – zum Beispiel Abraham, Moses oder Jesus. Um diese beantworten zu können, lernt Gloor seit einiger Zeit arabisch. Entweder per Zoom oder direkt in Kairo im Privatunterricht.
Eine positive Erinnerung während seiner Zeit in Sabah ist sein Patensohn Manuel. Gloor sagt dazu: «Dieser hat sich von einem Luftibus als Jugendlicher zu einem beliebten Pfarrer entwickelt.» Und was Gloor aus seinen Erfahrungen in anderen Kulturen mitnimmt: Zuerst zwei Jahre hinhören, beobachten, Vorurteile ablegen und offen sein.
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