Vom Hotel bis in die Kirche
Kleine Bibeln, die man in Hotels findet – dafür sind die Gideons in erster Linie bekannt. Doch die internationale christliche Vereinigung bietet noch vieles mehr an, und zwar auch in der Schweiz. Dieses Jahr feiert sie in Romanshorn ihr 65-jähriges Bestehen. Fredy Baumann wohnt in Mauren und ist Präsident der Gruppe Weinfelden der Gideons. Er sagt: «Unser Hauptanliegen ist, dass Menschen über die Bibel mit Gottes Wort in Kontakt kommen und auf diesem Weg zum Glauben an Jesus Christus finden.» Gemeinsam mit seiner Ehefrau ist er seit dem Herbst 1993 beim Gideonbund tätig. Das Engagement mache beiden nach wie vor viel Freude.
Positive Reaktionen von Jugendlichen
Zu den schönen Erlebnissen gehören für ihn zum Beispiel die mehrheitlich positiven Reaktionen von Schülerinnen und Schülern. Denn nebst den Hotels gelten für die Gideons auch Schulen ab der Oberstufe als wichtige Orte, um Bibeln anzubieten und mit Interessierten ins Gespräch zu kommen. Der Gideonbund tut dies alle drei Jahre in der ganzen Schweiz – jeweils in einer nahegelegenen Strasse und nicht auf den Schularealen. Kürzlich erlebte Fredy Baumann zum Beispiel, dass in Weinfelden zwei junge muslimische Frauen eine Bibel nahmen und sagten, dass sie diese Verteilaktionen eine gute Sache finden. Dies habe ihn sehr gefreut.
Weitere Orte, an denen die Gideons regelmässig Bibeln verteilen, sind die Rekrutenschulen, Altersheime, Arztpraxen, Asylzentren und Gefängnisse. Auch der direkte Austausch mit Einzelpersonen wird gepflegt. Je nach Ort kommen teilweise auch unterschiedliche Bibelformate zum Einsatz. Im Sortiment befinden sich Bibeln im Taschenformat, Exemplare mit Grossdruck für Altersheime sowie viersprachige Ausgaben für Hotels. Letztere sind jeweils gleichzeitig auf Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch geschrieben. In Fredy Baumanns Sortiment befinden sich auch Gideonbibeln in zahlreichen anderen Sprachen, wie beispielsweise jene auf Singalesisch, Tamil, Türkisch, Tschechisch oder Ukrainisch.
Workshop für Kirchgemeinden
Auch im Kanton Thurgau arbeitet der Gideonbund mit der evangelischen Landeskirche zusammen. Fredy Baumann sagt: «Der Kontakt zu den Pfarrerinnen und Pfarrern der Kirchgemeinden ist uns sehr wichtig, denn wir verstehen uns als verlängerten Missionsarm der einzelnen Kirchen.» Neuerdings bieten die Gideons den Kirchgemeinden einen Workshop namens «Im Gespräch» an, bei dem Interessierte unter anderem darin geschult werden, wie sie am besten über den Glauben sprechen können, welche Argumente dabei hilfreich sind und wie sie Hemmungen abbauen können.
Austausch mit Pfarrpersonen
Vom 28. bis 29. August findet im Kornhaus Romanshorn die nationale Konferenz des Gideonbundes statt – diesmal anlässlich des 65-Jahr-Jubiläums. Dort stellt die Vereinigung ihre Arbeit vor und zeigt, in welchen Bereichen sie die Kirchgemeinden unterstützen kann. Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Thurgauer Kirchgemeinden sind zu einem gemeinsamen Abendessen eingeladen.
Vom Hotel bis in die Kirche