News aus dem Thurgau

Widerstehet nicht dem Bösen!

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27.05.2022
Peter Schmid antwortet auf die Frage, ob die Ukraine eine Knacknuss für die Friedensethik ist.

¬ęLiebet eure Feinde ¬Ľ, heisst es in der ersten grossen Unterweisung der Bergpredigt. Wie bitte? B√∂ses mit Gutem vergelten? Ist das denn menschenm√∂glich? Und ist es seit Ausbruch des Krieges daf√ľr nicht l√§ngst zu sp√§t? Es geht nicht darum, klein beizugeben und den Krieg als Schicksal hinzunehmen. Aber Heimzahlen mit gleichen Mitteln verh√§rtet die Fronten. Damit stellen sich die Angegriffenen auf dieselbe Stufe des Feindes, was diesem nur recht sein kann. Sanktionen und Gegenwehr treffen auch Menschen, die mit diesem Krieg nichts zu tun haben wollen, sich schlimmstenfalls mit ihrem Diktator solidarisieren. Ein Krieg von heute kennt nur Verlierer und endet in Gr√§ueltaten. Das erfahren jene, die einen Krieg entfacht haben, aber auch jene, die ihn nicht rechtzeitig verhindert haben. Alle befinden sich jetzt in einer desolaten Lage. Darum darf die Schweiz nichts unversucht lassen, zwischen den Kriegsparteien zu vermitteln. Das allein rechtfertigt Neutralit√§t. Unser Land muss allerdings Leute entsenden, die sich nach beiden Seiten offen zeigen. Zu verstehen versuchen, wie es so weit hat kommen k√∂nnen, heisst noch lange nicht, es gutzuheissen. Es braucht keine Kommission, die den Begriff der Neutralit√§t neu definiert. Ob unsere neutrale Haltung als glaubw√ľrdig anerkannt wird, h√§ngt nicht von uns ab. Wir k√∂nnen Vertrauen nicht fordern, es muss uns von den Kriegsparteien geschenkt werden.

 

(Ernst Ritzi)

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