Zwischen Kanzel und Politbühne
«Kirche und Politik – ein spannungsvolles Verhältnis»: Unter diesem Titel findet Ende Mai eine Podiumsdiskussion in Weinfelden statt. Zu den Gästen gehört Mathias Dietz, EVP-Kantonsrat und Diakon der Evangelischen Kirchgemeinde Aadorf-Aawangen. «Es ist mir ein Anliegen, dass wir – Kirche und Staat, Behörden und Bevölkerung – immer gemeinsam und gut im Dialog unterwegs sind», sagt er. «Aus meiner Sicht gibt es nicht ‹die Kirche› und ‹die Politik›. Es sind immer Vertretungen mit ihren eigenen Geschichten und Ideen.»
SVP-Nationalrat Manuel Strupler nimmt ebenfalls am Podium teil. Er betont im Vorfeld, dass sich die Landeskirche in den letzten Jahren zu politischen Themen geäussert und Abstimmungskampf betrieben habe – zum Beispiel bei der Konzernverantwortungsinitiative oder bei Anliegen, welche die Landwirtschaft betrafen. «Ich finde, das ist nicht die Kernaufgabe der Landeskirche, und freue mich auf eine spannende Diskussion.»
Werte gemeinsames Fundament
Mathias Dietz weist darauf hin, dass die Landeskirche viele Aufgaben zum Wohle der Gesellschaft übernehme. Entscheidend seien dabei gemeinsame Grundwerte, von denen es aus seiner Sicht noch viele gebe. Auch Manuel Strupler hebt die christlichen Werte als Fundament der Schweiz hervor. Gleichzeitig wünscht er sich, dass die Kirche insbesondere bei nichtreligiösen Themen politisch zurückhaltend ist.
Gemäss Mathias Dietz sollten die christlichen Grundwerte sehr wohl Einfluss auf die Politik haben: «Gerade, wo es um den Schutz von Mensch und Natur geht, sollen diese Meinungen und Stellungnahmen einfliessen und gehört werden. » Wichtig bleibe für ihn auch der Dialog zwischen den beiden Kirchenräten und dem Regierungsrat im Kanton Thurgau.
Einsatz für christliches Erbe
Manuel Strupler ergänzt, die evangelische Landeskirche solle sich stärker für das christliche Erbe der Schweiz einsetzen: «Ich finde es persönlich stossend, dass sich die Kirche für den Islamunterricht in den Schulen einsetzt, aber man von ihr nichts hört, wenn die Kreuze in der Schule entfernt werden müssen oder Weihnachten nicht mehr gefeiert wird. Da werden meiner Meinung nach die Prioritäten falsch gesetzt.»
Zwischen Kanzel und Politbühne