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Gesellschaft

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Freiwillig spenden und freiwillig arbeiten: Wie halten es Herr und Frau Schweizer damit? Und: Lohnt sich das überhaupt? Die Untersuchungen für Freiwilligenarbeit und Spendenfreudigkeit sagen «Ja» und geben der Bibel Recht. Der Altnauer Kirchenpräsident Matthias Tödtli bestätigt mit seinen persönlichen Erfahrungen, warum das so ist.

Acht von zehn Schweizer Haushalten spenden gern und immer mehr, wie der nationalen Spendenstatistik der Stiftung Zewo der letzten Jahre zu entnehmen ist. Zewo ist die Schweizerische Zertifizierungsstelle für gemeinnützige Spenden sammelnde Organisationen. Seit der Jahrtausendwende hat sich der Spendenfluss von jährlich rund einer Milliarde Franken auf rund 1,8 Milliarden Franken fast verdoppelt. Demgegenüber ist die Freiwilligentätigkeit gesamtschweizerisch leicht rückläufig, wie die Zahlen des Freiwilligen-Monitors der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft aufzeigen. Rund ein Viertel der Schweizer Wohnbevölkerung engagiert sich freiwillig oder ehrenamtlich.

Prinzip «säen und ernten»
Kirchliche Organisationen könnten – wie viele andere Institutionen – kaum noch ohne freiwillige Spenden und Freiwilligenarbeit funktionieren. Im neunten Kapitel des zweiten Korintherbriefs ist dazu ein biblischer Hintergrund zu finden: Das Prinzip von «säen und ernten» prägt den neu gewählten Altnauer Kirchenpräsidenten und Buchhalter Matthias Tödtli. Der frühere Mitarbeiter einer Steuerverwaltung und Buchhalter des Thurgauer Reiseunternehmens Surprise weiss aus seiner beruflichen Erfahrung, wie wichtig der sorgsame und gewinnbringende Umgang mit Geld und den eigenen Fähigkeiten ist: «Freiheit und Freude sind die Früchte davon, wenn ich Ressourcen gut verwalte, wenn ich ehrlich damit umgehe, wenn ich einen Anteil spare oder spende. Ehrlichkeit ist für mich etwas sehr Wichtiges. Ich war in vielerlei Hinsicht während meiner Teenagerzeit unehrlich, daher kenne ich den Unterschied gut.» Er erlebe Gott als grosszügig. Deshalb wolle auch er grosszügig sein: «Geben macht beide Parteien glücklich. Was für ein Privileg, von unserem Reichtum weiterzugeben!»

Fragezeichen bei Wohnsituation
Ganz so einfach war es aber dann doch nicht immer: «Unsere Wohnsituation war viele Jahre ein Fragezeichen und ein Gebetsanliegen. Dennoch haben wir immer vertraut, dass Gott auch dafür Gutes vorbereitet hat. Während der Wartezeit haben wir anderen Familien für ihre Eigenheimprojekte Geldbeträge als zinslose Darlehen zur Verfügung gestellt. Wir haben auch hier grosse Freude gehabt und mit diesen Familien ihr neues Daheim mitgefeiert, obwohl es bei uns keine grossen Perspektiven gab. Vor mehr als einem Jahr sind wir von einem Eigenheimangebot überrascht worden. Wir sind überwältigt worden, als wir sahen, wie schnell alles geklappt hat. Nun haben auch wir ein Daheim, das unsere Vorstellungen und Wünsche gar übertrifft. Als Christ glaube ich, dass wir mit mehr als genug gesegnet sind. Die Angst, zu kurz zu kommen, ist ein Hindernis, die uns die Freude am Geben und das Leben im Vertrauen rauben will.»

Mit Geld nicht zu bezahlen
Aus diesem Gottvertrauen heraus arbeitet Tödtli seit über 25 Jahren bewusst nur 80 Prozent. Einerseits geniesse er dadurch mehr Lebensqualität, andererseits könne er sich genügend Zeit für seine Ehrenämter nehmen. Finanziell mache dies zwar einen Unterschied. Indes: «Es ist mir nach wie vor viel mehr wert. Die zusätzliche freie Zeit und die Befriedigung, die das freiwillige Engagement bringen, kann man mit Geld nicht bezahlen.»

Auftrag der Kirche mitprägen
Eine Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement würde nur schwer funktionieren, ist Tödtli überzeugt. Die Kirche habe einen Auftrag, den er mitprägen wolle: «Wir sind alle mit Gaben, finanziellen Ressourcen und Zeit beschenkt, die wir gut verwalten können. Ich habe nur Freude erlebt, wenn ich diese ‹gespendet› habe und kann es daher nur weiterempfehlen.»


(Roman Salzmann, 24. Mai 2018)


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