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Gesellschaft

«Ohne Vertrauen funktioniert nichts»

16.08.2018
Durch die Arbeit als Bestatter und Leiter des Friedhofs Frauenfeld kam Markus Marghitola mit dem Care Team des Kanton Thurgau in Berührung. Heute ist er Care Giver (Betreuender) im rund 40-köpfigen Team des Care Teams Thurgau.

Im Ernstfall wird das Care Team Thurgau durch das kantonale Rettungswesen alarmiert. Es ist dem Gesundheitsamt unterstellt und steht bei belastenden Ereignissen das ganze Jahr 24 Stunden am Tag zur Verfügung. Das Care Team übernimmt im Einsatz die Betreuung von Betroffenen und Angehörigen und hält so der Polizei, der Feuerwehr und den Rettungsdiensten den Rücken frei.

Ausgebildete Laienhelfer
Das im Milizsystem organisierte Care Team Thurgau besteht aus dem Kriseninterventionsteam (KIT) und den Care Giver. Das KIT umfasst Fachpersonal. Dies sind Psychologen, Psychiater, Ärzte, Pfarrerinnen und Pfarrer. Care Giver sind geeignete Personen aus den Berufssparten Pflege, Psychiatrie oder Samariter. Bei Bedarf bieten sie den Betroffenen erste notfallpsychologische Betreuung und praktische Hilfestellung an. Das Care Team ist auch für Grossereignisse ausgebildet und so muss in regelmässigen Ausbildungen die Zusammenarbeit mit Blaulichtorganisationen, Zivilschutz und Behörden geübt werden.

Fünftägige Ausbildung
Markus Marghitola absolvierte nach Eignungsabklärungen und Gesprächen mit der Leitung des Care Teams eine fünftägige Ausbildung zum Care Giver. «Das Betreuen in Krisen und der Umgang mit Emotionen und Ratlosigkeit gehen mit meinem Beruf einher. In solchen Situationen als Teil des Care Teams Thurgau zu helfen, motiviert mich», erklärt Marghitola. In der Aus- und Fortbildung werden die Care Giver unter anderem mit Grundlagen der Psychotraumatologie und Interventionstechniken vertraut gemacht. Auch der Umgang mit Trauer, Leid, Tod und den eigenen Stärken und Schwächen wird gelernt. Im Care Team arbeite man situations- und personenbezogen und achte darauf, wer den Draht zu den Betroffenen am besten findet, sagt Marghitola.

Ohne Vertrauen keine Hilfe
Das Betreuen von Betroffenen, das Erkennen von auffälligem Verhalten oder das Feststellen des Betreuungsbedarfs verlangen vom Care Team höchste Konzentration, Professionalität und Aufmerksamkeit. Alle Betreuer unterliegen einer absoluten Schweigepflicht. Dadurch ist der Grundstein für die Arbeit des Care Teams gelegt. «Nur wenn die Betroffenen uns vertrauen, können sie richtig erzählen. Das Vertrauen darf in keiner Weise missbraucht werden. Nur so funktioniert eine Krisenintervention», stellt Marghitola klar.

Plüschbären als Türöffner
Für Einsätze ist ein gutes Gespür für die Betroffenen und die umfassende Präsenz der Nothelfer essentiell. Nebst fachlichem Wissen ist für ein Team auch die nötige Ausrüstung von Bedeutung. Sie umfasst nebst einer beschrifteten grünen Schutzweste auch eine Kopfbekleidung. Für die Betreuung von Kindern hat das Care Team immer auch Plüschbären dabei. Diese bewirken Wunder und haben schon manche Türen geöffnet, erinnert sich Marghitola. «In der Schweiz geht es uns materiell gut. Darum ist es wichtig, dass wir auch bei seelischen Notlagen gerüstet sind und entsprechende Hilfe anbieten können. Durch die Mitarbeit im Care Team habe ich die Möglichkeit, der Bevölkerung bei Bedarf etwas zurückzugeben», führt er aus. Das Gefühl, bei einem Einsatz jemandem eine Last abzunehmen, beispielsweise durch ein Telefonat an Angehörige, oder einfach Dankbarkeit zu erhalten, bekräftigt Marghitola in seiner Tätigkeit als Care Giver immer wieder aufs Neue. In jedem Fall gilt: Hilfe zur Selbsthilfe. Ausgebildete Laienhelfer Das im Milizsystem organisierte Care Team Thurgau besteht aus dem Kriseninterventionsteam (KIT) und den Care Giver. Das KIT umfasst Fachpersonal. Dies sind Psychologen, Psychiater, Ärzte, Pfarrerinnen und Pfarrer. Care Giver sind geeignete Personen aus den Berufssparten Pflege, Psychiatrie oder Samariter. Bei Bedarf bieten sie den Betroffenen erste notfallpsychologische Betreuung und praktische Hilfestellung an. Das Care Team ist auch für Grossereignisse ausgebildet und so muss in regelmässigen Ausbildungen die Zusammenarbeit mit Blaulichtorganisationen, Zivilschutz und Behörden geübt werden.


(24. August 2018, Micha Rippert)


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