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Gesellschaft

Aktiv und lebenslustig im Ruhestand

Bei den Seniorinnen und Senioren vollzieht sich ein Generationenwechsel. Dies spüren auch die Kirchgemeinden. Einige gehen neue Wege und bieten Aktiv-Ferien an.

Gemäss Bundesamt für Statistik ist heute ein Drittel der erwachsenen Personen über 65 Jahre alt, sie gehören zu den Senioren. Viele der heutigen Ruheständler sind fit, haben noch Träume, was die Lebensqualität betrifft, sie sind aktiv und unternehmungslustig. Reiseveranstalter haben entsprechend reagiert und «Best-Ager»-Reisen in ihr Repertoire aufgenommen. Mit Erfolg: Beliebt sind insbesondere Bildungsreisen und Wellnessferien.

Flusskreuzfahrt auf der Donau
Den Wandel der Zeit spüren auch die Kirchgemeinden im Thurgau, herkömmliche Seniorenferien können Jungsenioren kaum noch begeistern. «Die heutigen Senioren sind anders als noch vor 10 Jahren», sagt Tibor Elekes, Pfarrer aus Horn. «Sie schätzen eine schöne Unterkunft, gutes Essen und sind kulturell interessiert.» Die herkömmliche Seniorenferienwoche in einer Heimstätte sei nicht mehr auf grosses Interesse gestossen. Aus diesem Grund sei die Idee entstanden, vergangenes Jahr für einmal eine etwas andere Seniorenferienwoche anzubieten. Die Evangelische Kirchgemeinde Horn hat zu einer Flusskreuzfahrt auf der Donau eingeladen und die 25 reservierten Plätze waren innert kürzester Zeit ausgebucht. Städte wie Wien, Linz, Salzburg und Bratislava wurden besichtigt, «aufgrund des tiefen Wasserstandes kamen wir leider nicht ganz bis nach Budapest, aber alle waren zufrieden», zieht Tibor Elekes eine positive Bilanz. Dieses Jahr werde man wieder eine konservative Ferienwoche anbieten, aber im 2020 soll es wieder auf Flusskreuzfahrt gehen, dann auf den Rhein.

Ausflugs- und Wanderferien
In der Evangelischen Kirchgemeinde Bischofszell- Hauptwil geht man ebenfalls neue Wege. «Die Teilnehmerzahl bei den Seniorenferien war rückläufig», erzählt Margrit Flammer, ehrenamtliche Ressortleiterin Senioren. Im 2016 meldeten sich lediglich noch 17 Personen an. Um auch Jungsenioren für eine gemeinsame Ferienwoche zu begeistern, hat sie gemeinsam mit ihrem Mann und zwei weiteren Ehepaaren im 2017 erstmals eine Wanderwoche organisiert. Das Interesse an dem neuen Angebot war gross, über 40 Teilnehmer liessen es sich in einem Vierstern-Hotel gut gehen. Täglich standen zwei geführte Wanderungen zur Auswahl und ein Alternativ-Programm für diejenigen, die nicht mehr so gut zu Fuss sind. «Viele der heutigen Senioren sind aktiv, wollen sich bewegen, schätzen zudem ein hoteleigenes Schwimmbad mit Sauna», bestätigt Margrit Flammer die Ansprüche der Jungsenioren. Auch in diesem Jahr stehen wieder Wanderferien auf dem Programm, vom 9. bis 14. September geht es ins Tiroler Vierstern-Hotel Seespitz. Die Ferienwoche soll allen offen stehen, Senioren mit kleinem Budget würden aus einem speziellen Fonds finanziell unterstützt.

Kultur- und Bildungsreise
Ein beträchtlicher Teil der heutigen Senioren ist geschichtlich interessiert, fühlt sich noch fit und möchte für sie noch unbekannte Gegenden besuchen, weiss auch Edi Ulmer, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Felben. Seniorenferien wurden in der Gemeinde noch nie angeboten, aber seit 2011 Kultur- und Bildungsreisen mit kirchlichem Hintergrund für alle Gemeindemitglieder. «30 bis 40 Personen nehmen jeweils teil. Die Mehrzahl hat das Pensionsalter erreicht, und so darf man also doch ein wenig von einer Seniorenferienwoche sprechen, zumal der älteste Teilnehmer dieses Jahr 92 Jahre alt ist», so Edi Ulmer. Das Programm der Reisen sei so gestaltet, dass die täglichen Ausflüge mit Führungen und Besichtigungen für alle gut und ohne Stress zu bewältigen sind. Vergangenes Jahr besuchte die Kirchgemeinde die Provence, dieses Jahr – vom 31. Mai bis 7. Juni 2019 – geht es in den Norden Deutschlands, Thema der Reise: Hansestädte und Backsteingotik. Die Kirchenvorsteherschaft Felben versteht ihre Gemeindereise auch als Auftrag im Sinne der Erwachsenenbildung, denn auch für Senioren gilt: Um sich weiterzubilden ist es nie zu spät.


(28. Januar 2019, Barbara Hettich)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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