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Kultur

Authentisch und nicht idealisierend

Theologiestudentin Aylin Weets berichtet, was sie vom Zwingli-Film hält.

«Als grosser Zwingli- Fan war dieser Film für mich ein absolutes Muss. Ich hatte hohe Erwartungen und wurde nicht enttäuscht. Die Schauspieler haben super gespielt und der Film ist sehr authentisch. Es wird sichtbar, welche Risiken Zwingli für seinen Glauben eingegangen ist. Mehrere Szenen zeigen, dass es sehr gefährlich war, vom offiziell anerkannten Glauben abzuweichen und dass Zwingli die Reformation ohne die politische Unterstützung vom Hohen Rat wohl niemals hätte durchsetzen können. Er wird nicht idealisiert, so werden problematische Themen wie beispielsweise sein Umgang mit einer Prostituierten in Einsiedeln aufgegriffen. Die Neuheit, in der Sprache des Volkes zu predigen, wird ebenso deutlich wie die reformatorische Zentralität und uneingeschränkte Autorität der Bibel. Dass Zwinglis Herz an Themen wie Armenfürsorge, Söldnerwesen und Priesterehe hing, wird im Film gut vermittelt und auch innerevangelische Schwierigkeiten werden thematisiert, indem ein Schwerpunkt des Films auf die Täufer gelegt wurde. Auch der Abendmahlsstreit mit Luther und dass es hier um die leibliche Realpräsenz Christi ging, erwähnt der Film. Hierbei hätte ich mir allerdings eine Szene während des Marburger Religionsgesprächs gewünscht. Besonders gut gefallen hat mir der Schluss. Trotz Zwinglis frühem Tod gibt es ein positives Ende: Die nun zweifache Witwe Anna Reinhart interpretiert ihr Unglück nicht als göttliche Strafe. Das zeigt, dass Zwinglis Saat vom Glauben an einen guten, barmherzigen und liebenden Gott sogar in ihrem grossen Leid Früchte trug.»


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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