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Gesellschaft

Werte wie Wurzeln wirken

Der Nationalfeiertag bedeutet Verantwortung zu tragen, Werte – auch christliche – im Alltag wirksam werden zu lassen und sich zu den Wurzeln zu bekennen. Was Verantwortungsträger aus dem Thurgau und ein Weihbischof dazu denken.

Der katholische Weihbischof Marian Eleganti, der Präsident der EVP Thurgau, Wolfgang Ackerknecht, und die pensionierte evangelische Pfarrerin Christa Heyd erzählen von ihrer Motivation und was ihnen der 1. August persönlich bedeutet. Aktueller Hintergrund ist der ökumenische Gottesdienst zum Bundesfeiertag auf dem Nollen.

Die Wirtin und der Weihbischof
Der Zufall, oder vielleicht die Absicht will es, dass die Cousine von Weihbischof Marian Eleganti das Restaurant auf dem Nollen führt. Deshalb hat Weihbischof Marian gerne die Einladung der pensionierten evangelischen Pfarrerin Christa Heyd angenommen, als Gastreferent dabei zu sein. Zu seiner Motivation hält er weiter fest, dass er immer wieder Verbindungen zu Exponenten der reformierten Kirche habe und punktuell in den unterschiedlichsten Projekten zusammenarbeitete. Das betraf vor allem die Jugendszene, da der Weihbischof bis Anfang März 2018 Jugendbischof war. Die Bedeutung des 1. Augusts liegt für ihn darin, dass er gerne Schweizer ist und dankbar, hier aufgewachsen zu sein. «Es ist wichtig, das eigene Land zu lieben und für dieses Mitverantwortung zu übernehmen », so Weihbischof Marian. Er sei überzeugt, dass sich nur Bürgerinnen und Bürger engagierten, die auch in diesem Land beheimatet sind und sich mit ihm verbunden fühlen. Er wünscht der Schweiz, dass Sicherheit und Frieden in der Bevölkerung bewahrt werden können. Da der in Uznach geborene Weihbischof viel unterwegs ist, kann er nicht jeden 1. August in der Schweiz feiern. Aber sein Minimalanspruch an diesem Tag sei nach Möglichkeit ein gebratener Cervelat.

Als Gesellschaft einander tragen
Wolfgang Ackerknecht, Präsident der EVP Thurgau, nimmt bereits zum zweiten Mal am Gottesdienst zum 1. August auf dem Nollen teil. «Ich bin als politischer Vertreter dazu eingeladen, für unser Land zu beten.» Dies sei ein wertvoller Gedanke und eine Ehre für einen Verantwortungsträger. Er ist dankbar für das fruchtbare Land, in dem es Arbeit für viele gebe und die Sicherheit wie auch die soziale Verantwortung gut verankert seien. Ackerknecht bezeichnet die Feier als traditionellen und folkloristischen Anlass, der mit viel Freude und Humor gefeiert werde. Deshalb glaube er auch, dass es diesen Gottesdienst noch lange geben werde. «Jenen Menschen, die an diesem Tag auf den Nollen kommen, sind Werte und die gemeinsame Suche nach dem Guten wichtig», so Ackerknecht. Es freue ihn, dass es auch viele junge Menschen gebe, die diesen Gedanken teilen. Als Gesellschaft einander tragen – das sei zentral und auszeichnend für die Schweiz.

Wurzeln feiern, Gott ehren
Christa Heyd organisiert und leitet die Gottesdienste seit 2014. Von Beginn weg ökumenisch, wie sie betont. Früher schon feierte sie Gottesdienste auf der Schwägalp, immer begleitet von Alphorn und Jodel. «Diese zwei Elemente liegen mir besonders am Herzen.» So auch die Berge. Deshalb kam ihr, als sie 2013 in den Thurgau zog, spontan als Austragungsort der Nollen in den Sinn. Da sich Pfarrer Marcel Ruepp aus Wuppenau als bisheriger katholischer Vertreter zurückziehen wollte, suchte Heyd nach einem Ersatz. Und fand diesen in der Person des Weihbischofs Marian, den sie als tief spirituell beschreibt. «Am 1. August werden die geistlichen Wurzeln der Schweiz gefeiert und der Name Gottes geehrt.»


Der 1. August-Gottesdienst zum Thema «Heidi» beginnt um 10 Uhr im Festzelt auf dem Nollen.


(22. Juli 2019, Claudia Koch)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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