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Gesellschaft

Das Schweigen brechen

In der Serie «Was macht eigentlich…?» kommt Ruth Mauz zu Wort. Die 82-Jährige war bis 1999 Pfarrerin in Kreuzlingen und hilft jetzt Opfern ritueller Gewalt.

Ruth Mauz erinnert sich mit grosser Dankbarkeit an ihre Zeit als Pfarrerin in der Thurgauer Landeskirche. Von 1977 bis 1987 wirkte sie in der Doppelgemeinde Langrickenbach/Birwinken, von 1987 bis 1999 in Kreuzlingen. Bei ihrer Pensionierung dachte sie allerdings nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen. Bis 2008 arbeitete Ruth Mauz in der «Schleife» in Winterthur, einer überkonfessionellen Stiftung mit dem Ziel, christliche Gemeinden zu fördern. Für sie selbst unerwartet sei es dann nochmals zu einem Neubeginn gekommen.

«Das darf nicht wahr sein!»
«Bereits im Pfarramt und verstärkt in den folgenden Jahren begegnete ich in der Seelsorge Opfern ritueller Gewalt. Was mir da unter Ängsten und Scham anvertraut wurde, löste in mir tiefes Erschrecken aus. Das konnte und durfte nicht wahr sein! Ich verifizierte, indem ich mit Betroffenen an Tatorte ging und Fachliteratur las.» Langsam kam Ruth Mauz zur Erkenntnis: Es ist Realität, dass mitten in unserer Gesellschaft Kinder in Ritualen missbraucht und gequält und meist anschliessend in den Bereichen Pädokriminalität und Kinderpornographie ausgeplündert werden.»

Verein gegründet
Sie sah es als ihren Auftrag, aktiv zu werden – zunächst allein, aber bald mit Freunden und Mitarbeitern. «Heute kann ich nur staunen, wie sich das Projekt in wenigen Jahren entwickelt hat in der Schweiz, aber auch mit Ausstrahlung nach Deutschland.» Ein paar Stichworte zum Wirken der Pfarrerin und ihres Teams sind: Schulung für Begleitende von Opfern, Produktion eines Dokumentarfilmes mit Sequenzen von Therapeuten, Polizei und Betroffenen, Gründung des als gemeinnützig anerkannten Vereins Cara (Care about ritual abuse, zu Deutsch: Sich sorgen um rituellen Missbrauch), Schaffung einer Website und Kontaktstelle, Vernetzung mit Betroffenen und Fachleuten. Im Herbst hat Ruth Mauz den Sammelband «Das Schweigen brechen » veröffentlicht – mit Beiträgen von Betroffenen, Fachleuten, Journalisten und Politikern. Heute sieht Ruth Mauz «mit dankbarer Freude, wie eine junge Crew heranwächst und Stimme sein wird für die, die im Leiden und im Unglauben der Gesellschaft verstummt sind».


www.verein-cara.ch


(24. Juli 2019, Esther Simon)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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