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Spiritualität

Gegen Zeitstrom schwimmen

Halbvolles oder halbleeres Glas – ob Menschen einzelne Situationen und die Zukunft positiv oder negativ betrachten, hängt oft von ihren persönlichen Wesenszügen ab. Glaube und Kirche können indes dazu beitragen, die persönliche Widerstandskraft zu stärken. Resilienz lautet das Schlagwort.

Von Roman Salzmann

Resilienz ist die Fähigkeit, trotz widriger Umstände innerlich stark zu sein oder schwierige Lebenssituationen gut zu meistern und sogar gestärkt aus ihnen herauszugehen. Das wird in der schnelllebigen Zeit immer wichtiger, denn schwierige Bedingungen in Beruf und Familie können sich gegenseitig verstärken. Ängste machen sich breit. Burnouts oder Erschöpfungsdepressionen treten immer häufiger auf.

Alte Stärke neu entdeckt

Die kirchliche Erwachsenenbildung entdeckt deshalb in der vielseitigen Förderung der Resilienz eine alte Stärke neu: Sie hilft Menschen, ihre Form der Spiritualität zu entdecken, zu entschleunigen, den tiefen Sinn des Glaubens im Alltag zu finden. Viele haben dies verlernt, wie die Aussage eines durchschnittlichen Kirchbürgers aus dem Thurgau zeigt: «Bei zu viel Stille tun mir die Ohren weh.» Er erträgt die Stille nicht. Weil er sie nicht gewohnt ist. Der Theologe Ulrich Schaffer hält dem entgegen: «Halte die Stille aus, denn aus ihr werden die Wege geboren, die du gehen kannst.»

Stille einüben

In der heutigen Gesellschaft von Tempo, Hektik und Lärm leidet oft die Stille, in der man unter anderem die nötige Resilienz entwickeln kann – zum Beispiel in einer der geführten Meditationszeiten
im Raum der Stille in der Kartause Ittingen oder im «Stillen Wochenende» in diesem Advent. Kursleiterin Ruth Maria Michel sieht Chancen etwa darin, «sich in vielfältiger Weise auf ein Wort der Bibel einzulassen.» Eine Kurzretraite zum Jahresbeginn im Tecum heisst «Aus der Mitte leben». Sie soll helfen, sich zum Jahresanfang auf Gott auszurichten. Ein ökumenisches Auftank-Wochenende hilft Bäuerinnen
und Bauern im Kloster Fischingen, dass sie sich innerlich stärken können.

Sich zurechtrücken lassen

Etliche Thurgauer Kirchgemeindemitglieder haben Seminare des Instituts für Lebens- und Eheberatung besucht, das von Seelsorger und Lebensberater Reinhold Ruthe gegründet wurde. Er rät in einem Buch über Resilienz: «Hetze und Stress machen Getriebene aus uns. Mit Ablenkungen, Spass und Vergnügen versuchen wir uns zu entspannen. Aber wirkliche Zufriedenheit, wirkliche Gelassenheit und innere
Ruhe sind uns abhandengekommen. Wir Ruhelosen brauchen Gottes Geist, der unsere Massstäbe zurechtrückt und der uns Kraft verleiht, gegen den Zeitstrom zu schwimmen.»

Siehe Tecum-Angebote.


Kinderseite

Der Kirchenbote bietet auch den Kleinen die Gelegenheit, Religion näher kennenzulernen. Auf der Kinderseite erfahren Mädchen und Buben auf spielerische Art mehr über die Bibel und haben die Chance, beim Rätsel-Wettbewerb einen tollen Preis zu gewinnen.

Kiki.ch

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