News aus dem Thurgau

Hoffnung auf Auferstehung

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27.10.2022
Pfarrer Jürg Buchegger antwortet auf die Frage, ob Abschied ohne die Öffentlichkeit genommen werden soll.

Am 19. September erlebten Milliarden weltweit einen christlichen Gottesdienst, als K√∂nigin Elisabeth zu Grabe getragen wurde. Wenn wir zugestehen, dass es sich hier um eine ausserordentliche Trauerfeier handelte, so wird doch an diesem Beispiel deutlich, wie wichtig eine √∂ffentliche Trauerfeier ist. In den vergangenen Jahren hat eine Verschiebung stattgefunden, die durch die Coronamassnahmen nur verst√§rkt wurde: Der Todesfall eines Menschen wird kaum mehr als gesellschaftliches Ereignis wahrgenommen. Die Individualisierung hat Spuren hinterlassen. Anonyme Bestattungsformen wie Gemeinschaftsgr√§ber und Verstreuen der Asche verst√§rken die Tendenz, den Tod an den Rand der Gesellschaft zu dr√§ngen. Aus christlicher Sicht ist zu sagen: Kein Mensch kam anonym in die Welt und soll sie auch nicht anonym verlassen. Es gibt mehr Personen, die gern Abschied nehmen wollen, als Angeh√∂rige vermuten. Das habe ich in Gespr√§chen immer erw√§hnt. Manchmal verzichteten die Angeh√∂rigen auf eine Feier im engsten Familienkreis. Im Nachgespr√§ch h√∂rte ich: ¬ęWir haben nicht gewusst, dass so viele Menschen unseren Vater gekannt haben. Es tat sogar gut, die vielen Kondolenzen zu empfangen. ¬Ľ Eine √∂ffentliche Trauerfeier gibt die Gelegenheit, den Auferstehungsglauben zu bezeugen. Der Tod eines Menschen geht uns alle an, erinnert uns an unsere eigene Sterblichkeit und l√§sst uns fragen: Was ist dein Trost im Leben und im Sterben?

 

(Ernst Ritzi)

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