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Leben & Glauben

Die Welt von Bruder Klaus

40 Jahre Stiftung Kartause Ittingen und 600 Jahre Bruder Klaus: Tonkünstler Reto Friedmann hat für den «Ittinger Ranft» eine «TonSpur» geschaffen. Vernissage ist am 30. September in der Kartause Ittingen.

Oberhalb der Nordmauer de Kartause Ittingen gibt es einen stillen Ort, eine grüne Oase mit plätscherndem Bach und kleinem Teich. Ein idealer Ort – ein Ranft – um sich zurückzuziehen, in eine andere Welt einzutauchen – in die Welt von Bruder Klaus. Niklaus von Flüe, der Nationalheilige der Schweiz, geboren 1417, war einst ein wohlhabender Bauer, der seine Frau Dorothea und seine zehn Kinder verliess, um Einsiedler zu werden. In seiner Klause in der Ranftschlucht im Kanton Obwalden führte er ein intensives Gebetsleben, war Seelsorger, geistlicher Berater und auch Ratgeber für Staatsoberhäupter im Europa des 15. Jahrhunderts.

Thurgauer spürt nach

Reto Friedmann, aufgewachsen in Weinfelden und Bürglen, Tonkünstler, Texter mit Master in Religionslehre, hat sich intensiv mit Bruder Klaus auseinandergesetzt. Für das Dorf Flüeli-Ranft, Wallfahrtsort des Niklaus von Flüe, hat er mit der «TonSpur Flüeli-Ranft» eine Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit gespannt. Eine junge Frau unternimmt eine Zeitreise ins 15. Jahrhundert, tritt in Dialog mit Niklaus und Dorothee von Flüe und erörtert Grundfragen des Menschseins, die auch heute an Relevanz nichts verloren haben.

Kartäuser verehrten von Flüe

Ab Oktober muss man für die «Tonspur Flüeli-Ranft» nicht mehr in den Kanton Obwalden fahren. Für die Kartause Ittingen, respektive für das Tecum, hat Friedmann die TonSpur für den «Ittinger Ranft» mit einer neuen Einleitung adaptiert. «Die Kartäuser haben Bruder Klaus verehrt», erklärt Friedmann die Verbindung zwischen Niklaus von Flüe und der Kartause Ittingen. Eine solche Verehrung sei naheliegend, denn bei jeder Klause eines Kartäuser-Klosters handle es sich um eine Einsiedelei nach dem Vorbild der Wüsteneremiten, die auch für die Waldbrüder, wie Bruder Klaus einer war, Vorbild waren.

«… das wäre schön»

In der «TonSpur Ittinger-Ranft» lässt Reto Friedmann zum Auftakt den Kartäuser Pater Johann Baptist Morel am Tag der Klosteraufhebung im Jahr 1848 zu Wort kommen: «Wir Mönche sind nicht mehr da, das steht seit heute fest. Aber vielleicht ist es hier einmal wie bei Bruder Klaus? Vielleicht kommen dann Menschen zur Kartause und führen unser Gebet fort? Wenn nicht mehr in der Kartause, dann halt dahinter. So ein kleiner Ranft, hier hinter der Klostermauer, das wäre schön.»

Einweihung Ittinger-Ranft, Samstag, 30. September: Tag der offenen Tür mit «Bruder-Klaus-Kino» von 11 bis 17 Uhr, Vortrag über Bruder Klaus und die Kartäuser von Margrit Früh um 14 Uhr und Einweihung «TonSpur» um 15 Uhr im Museumskeller.

(Barbara Hettich, 26.08.2017)