Logo
Leben & Glauben

Feuerwehren ohne Grenzen

Es begann mit einem unerwarteten Besuch von Delegierten der ungarischsprachigen reformierten Kirche aus der Westukraine in Horn. Über vier Jahre hinweg wuchsen daraus solidarische Projekte mit verschiedenen Partnern auf beiden Seiten. Einer davon: die kirchliche Feuerwehr in Dercen in der Ukraine.

«Habt Ihr Zeit, morgen eine Delegation zu empfangen?» Pfarrer Tibor Elekes erinnert sich noch ganz genau an den Anruf von Andrin Florin, Mitglied der Synode der Zürcher reformierten Landeskirche, ganz genau. Die Saat der ersten Begegnung ging auf. Es wuchs ein zweijähriges Dorfprojekt, in dem die Horner Bevölkerung eine Einrichtung für mit Behinderung lebende Kinder und Jugendliche durch den Bau einer Mensa unterstützte. Ihr Name: «Vergissmeinnicht ». Er sollte Programm werden.

Verantwortung übernehmen
Die Mitglieder der Stiftung des Rotary Clubs Rorschach Arbon sahen die Notwendigkeit, «Vergissmeinnicht» um eine geschützte Werkstatt zu erweitern. Kurzentschlossen reisten drei Mitglieder mit Tibor Elekes, selbst Rotarier, in die Westukraine. Das Projekt gewann Gestalt. Doch dabei sollte es nicht bleiben. Die Gäste aus dem Thurgau besichtigten auf ihrer Reise den Stützpunkt der Feuerwehr Dercen. Rafael Heer, Präsident des Feuerwehrverbandes Thurgau, staunte nicht schlecht: Diese Feuerwehr war eine kirchliche! «Sie ist aus der Not geboren», erzählte ihr Initiator Miklós Zsukovszky, dortiger Pfarrer und Dekan. «Die staatliche Versorgung reicht nicht für ein Minimum. Wir müssen selbst aktiv werden.» Rafael Heer sah bald, dass hier viele engagierte Feuerwehrfrauen und -männer mit geringsten Mitteln im Einsatz stehen. «Hier braucht es dringend Unterstützung!»

Direkthilfe unter Feuerwehren
Diese kommt seitdem auch aus dem Thurgau. Sieben Schweizer Feuerwehroffiziere oder Instruktoren reisten im April 2018 zusammen mit Tibor Elekes als Dolmetscher zu einer mehrtägigen Übung nach Dercen, um die dortige kleine kirchliche Feuerwehr mit dringend nötigem Material und Knowhow zu versorgen. Aber nicht nur die Aktiven der Dercener Feuerwehr – unter ihnen auch der Bischof der ungarischsprachigen reformierten Kirche in Transkarpatien, Sándor Zán Fábián – lernten von dieser Begegnung, so resümieren die Schweizer Feuerwehrler. «Was für uns in der Schweiz selbstverständlich ist, ist es in der Ukraine nicht in jedem Fall. Man muss improvisieren und sich selber zu helfen wissen, um weiterzukommen. Und trotz aller grossen Herausforderungen sind die Menschen fröhlich und herzlich!» Das Projekt lebt, Beziehungen sind entstanden. «Einer trage des anderen Last!», dieses Gesetz Christi wird hier in die Tat umgesetzt. Ein ökumenisches Zeichen: auch die Katholische Kirchgemeinde Arbon hat einen Betrag für die Projektunterstützung gesprochen, dessen aktive Fortführung die Beteiligten bereits ins Auge fassen. Sie planen, auch 2019 den nicht ganz einfachen Weg über die Grenzen zu nehmen, um die Begegnungen und die Ausbildung der kirchlichen Feuerwehr in Dercen zu intensivieren.

 

(23. September 2018, Karin Kaspers-Elekes)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Kommentar erstellen