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Spiritualität

Wie die Mönche feiern

Klösterliche Räume beleben und zum Klingen bringen: In der Kartause Ittingen wird die mönchische Tradition noch intensiver gepflegt. Neuerdings mit regelmässigen Vesperfeiern.

«Ora et labora»: In diesem klösterlichen Rhythmus bildet das Innehalten und Feiern einen festen Bestandteil mit den Tagzeitengebeten und den Gottesdiensten. Die Idee dahinter ist, dass das regelmässige Beten (ora) in den Tagesablauf integriert wird (labora). In der Kartause Ittingen wurde diese Tradition in den letzten Jahren nur sehr punktuell gepflegt. Doch nun wolle Tecum, das Zentrum für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau in der Kartause Ittingen «in bescheidenem Mass daran anknüpfen», sagt Tecum- Leiter Pfarrer Thomas Bachofner. Gottesdienstliche Feiern waren schon immer Teil des Tecum-Programmes. Dem Wunsch nach mehr Kontinuität könne nun entsprochen werden, da Cathrin Legler neu zum Team gestossen ist.

Ausklang und Übergang
Die neue Reihe mit Vesperfeiern am frühen Abend startet am Dreikönigstag, wobei diese spezielle Form einer kurzen Auszeit in der Regel monatlich am ersten Sonntag durchgeführt wird. Der Sonntagabend biete sich als Ausklang des Wochenendes und Übergang in die neue Woche an, erklärt Bachofner. Die Anlässe folgten einem jeweils ähnlichen Ablauf, wobei diese Liturgie «auch Raum für Überraschendes oder Experimentelles offen lässt». Indes: «Wer eine 20-minütige Predigt erwartet, wird nicht auf die Rechnung kommen.» Denn: «Meditative Teile, Lieder, Bilder, Stille, Gebete, Symbole, Rituale werden diese Feiern prägen.» Der musikalische Stil orientiere sich an Liedern aus der Iona Community, zu der das Tecum-Team herzliche Kontakte pflegt, und der Taizé-Gemeinschaft. Auch das Liedgut aus dem Kirchengesangbuch und dem neuen Liederbuch «Rückenwind» komme nicht zu kurz.

Kirchenjahr und Jahreszeiten
Die Vesperfeiern werden je nach Jahreszeit an zwei besonderen Orten abgehalten. Das habe ganz praktische Gründe, erklärt Bachofner: In der kühleren Jahreszeit bietet sich der beheizbare Raum der Stille an, während die Klosterkirche ansonsten einen stimmigen Rahmen bieten wird. Thematisch orientieren sich die Verantwortlichen einerseits am Kirchenjahr und andererseits an den Jahreszeiten. Deshalb werden verschiedene Themen wie der Dreikönigstag, der Tag der Kranken oder zur Fastenzeit die Kampagne «Brot für alle» aufgegriffen.


Vesperfeier: Sonntag, 6. Januar, 18 Uhr, Raum der Stille: «beschenkt – schenken». Mit Jasmin Hanselmann und Pfrn. Cathrin Legler. – 3. Februar, 18 Uhr: Aufbruch des Lichts.


(20. Dezember 2018, Roman Salzmann)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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