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Leben & Glauben

Eine neue Aufgabe im Osten

21.01.2019
Der Kirchenbote beginnt eine Serie unter dem Titel «Was macht eigentlich…? » Die Beiträge widmen sich Pfarrerinnen und Pfarrern, die einst im Kanton Thurgau gewirkt haben – so wie Christoph Tapernoux.

Pfarrer Christoph Tapernoux (76) hat von 1973 bis 1988 in Hauptwil gewirkt. Dann zog er mit seiner Ehefrau Susi Tapernoux-Frey und seinen beiden Söhnen nach St. Gallen. In der Stadt lebt er mit seiner Frau noch heute. Von 1988 bis 2001 wirkte er als Pfarrer im Heiligkreuz, einem Kreis der Kirchgemeinde Tablat im Osten der Stadt. In St. Gallen fing insofern eine neue Epoche an, als sich Pfarrer Tapernoux vermehrt für die osteuropäischen Kirchen zu interessieren begann.

Im Sommer 1990 konnte er erstmals einen Priester-Freund in Rumänien besuchen. Dieser Freund wirkte in der orthodoxen Kirche in Arad in der Nähe der südlichen ungarisch-rumänischen Grenze. Pfarrer Tapernoux suchte auch den Kontakt zu den anderen Konfessionen in Arad – mit dem schönen Ergebnis, dass er die Kirchgemeinde Tablat für eine Art Partnerschaft gewinnen konnte, die unter anderem Hilfstransporte ausführte. Seine Kontakte mit dem Osten bestehen bis heute, insbesondere mit der Stadt Novi Sad im Norden von Serbien. Dort hatte das evangelische Hilfswerk HEKS während des Jugoslawien-Krieges eine starke Hilfsorganisation mit verschiedenen Kirchen der Region gegründet. «Diese engagierten Leute besuche ich noch mindestens einmal im Jahr», freut sich Christoph Tapernoux. Eine Zeitlang hat er in Novi Sad vor Studierenden Vorlesungen zu christlicher Hilfstätigkeit gehalten. «Heute beschränke ich mich auf gelegentliche Vorträge zur Reformation mit reformierten Pfarrer- Kollegen im Nordwesten Rumäniens und in St. Gallen.»

Welches sind die schönsten Erinnerungen an die Hauptwiler Zeit? Pfarrer Tapernoux zögert nicht mit der Antwort: «Zu meinen schönsten Erinnerungen gehört die Zusammenarbeit mit aktiven Gruppen wie der ökumenischen Erwachsenenbildung oder der Schulvorsteherschaft in Bischofszell und Hauptwil. Aber auch das aktive Mitwirken in der Thurgauer Kantonalkirche hat mir Freude gemacht.» Auch die vertrauensvollen Begegnungen mit Menschen, die ernsthafte Fragen zu Glauben und Leben stellten, würden zu den prägenden Erfahrungen gehören. «Einige Verbindungen bestehen noch, viele andere bleiben in dankbarer Erinnerung.»


(21. Januar 2019, Esther Simon)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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