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Spiritualität

Sie stärkt andere

21.01.2019
Die Thurgauerin Sabine Schoch ist Stilberaterin, Seelsorgerin und Prozessbegleiterin. Diese Vielseitigkeit möchte sie nutzen, um Persönlichkeiten zur Entfaltung zu bringen.

Der berufliche Werdegang von Sabine Schoch ist nicht gerade alltäglich: Nach der kaufmännischen Ausbildung und verschiedenen Funktionen bei der Post, bildete sie sich weiter als Farb-, Stil- und Imageberaterin, Visagistin und Erwachsenenbildnerin: «Das Beraten von Menschen in ihrer äusseren Persönlichkeit weckte in mir schnell den Wunsch, Menschen vertiefter zu begleiten», erklärt die 54-Jährige. Nach Seminaren im Bereich Seelsorge bildete sie sich schliesslich zur personenzentrierten Prozessbegleiterin und Beraterin weiter. Heute führt sie in Frauenfeld eine eigene Praxis und arbeitet zudem bei der Evangelischen Kirchgemeinde Frauenfeld im Bereich Seelsorge und Besuchsdienst. «Ich finde es interessant, den christlichen Glauben und die Psychologie zu verbinden.»

Bedürfnis nach Auszeiten wächst
Schoch stellt fest, dass ein grosses Bedürfnis nach Wegen und Methoden besteht, sich immer mal wieder aus dem schnelllebigen Alltag auszuklinken und zur Ruhe zu kommen. Viele Angebote in diesem Bereich kämen aus dem fernöstlichen Feld. Schoch ist überzeugt, dass auch die christliche Spiritualität einen grossen Schatz anzubieten hat, wenn es um Meditation und Persönlichkeitsentwicklung geht. Dabei scheut sie sich auch nicht, neue Wege zu gehen: Der Kopf ist ihr zu wenig. «Ich will auch den Körper einbeziehen. Im Kopf sind wir meist schnell mit Einordnen, Beurteilen, Pro und Kontra auflisten. Wenn wir den Kopf einmal etwas zur Seite stellen und wahrnehmen, wie unser Körper auf Situationen oder Probleme reagiert, eröffnet sich ein ganz neues Feld.»

Selbsterkenntnis bereichert
Nutzbar macht Sabine Schoch dieses Feld mit dem sogenanntem «Focusing», zu Deutsch «Fokussieren»: Mit Achtsamkeits- und Atemübungen werde dabei die Körperwahrnehmung gestärkt. Diese Methoden wird Schoch auch im Seminar «ReVision» anwenden. Sie gehört neben tecum-Leiter Thomas Bachofner und Erwachsenenbildnerin Susanna Knutti zum Leitungsteam des Seminars, welches das tecum in diesem Jahr erstmals anbietet. Schoch erklärt: «Es richtet sich an Menschen, die sich in einem Lebensübergang befinden, aber auch an Menschen, die sich und ihren Charakter einfach besser kennenlernen und ihr Leben bereichern möchten.»

(21. Januar 2019, Cyrill Rüegger)

Neues Seminar stärkt Menschen

Sabine Schoch gehört zum Leitungsteam des Seminars «ReVision», welches das Zentrum für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau, «tecum», in der Kartause Ittingen erstmals anbietet. Es richtet sich an Menschen, die sich in einem Lebensübergang befinden, aber auch an Menschen, die sich und ihren Charakter einfach besser kennenlernen und ihr Leben bereichern möchten. Neben Schoch gestalten «tecum»-Leiter Thomas Bachofner und Erwachsenenbildnerin Susanna Knutti unter Anwendung von bewährten und neuartigen Methoden ein abwechslungsreiches Programm. Der Einstiegstag ist am Samstag, 16. Februar 2019, von 9 bis 17 Uhr in der Kartause Ittingen. Weitere Infos und Anmeldung.


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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