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Leben & Glauben

«Alle arbeiten für das gleiche Ziel»

Der angehende Sozialdiakon Remo Rüegg ist leidenschaftlicher Football-Spieler. Vom beinharten Teamsport könne die Kirche durchaus etwas abschauen.

Remo Rüegg


Alter:
 22
Wohnort: Bischofszell
Beruf: Sozialdiakon in Ausbildung
Kirchliches Engagement: Bandmitglied im Domino-Familiengottesdienst der Kirchgemeinde Bischofszell-Hauptwil
Mitgliedschaften: American Football Club St. Gallen Bears, Jungwacht Blauring Bischofszell
Hobbys: fotografieren, Gitarre spielen, American Football

Was gefällt Ihnen am Vereinsleben besonders?
Wir sind eine grosse Gruppe von komplett unterschiedlichen Menschen, aber alle arbeiten für dasselbe Ziel. Im American Football braucht es jeden dort, wo seine Stärken sind. Ein Team, das ausschliesslich aus Spielern mit 120 kg Körpergewicht besteht, wird ebenso wenig Erfolg haben wie ein Team aus nichts als Fliegengewichten. Jeder hat sein Spezialgebiet und jeder muss sich darauf verlassen können, dass seine Teamkollegen ihren Job gut machen. Man lernt sich gegenseitig zu vertrauen.

Was könnte man verbessern in Ihrem Verein?
Für Neueinsteiger kann es unter Umständen schwierig sein, Spielpraxis zu sammeln. Allein deshalb würde ich es sinnvoll finden, vermehrt Nachwuchsspieler in den Special Teams einzusetzen. Das spart ausserdem Kraft für die «Starting Eleven».

Welchen Beitrag kann Ihr Verein für die Gesellschaft leisten?
Für die Zuschauer bieten wir attraktive, familienfreundliche Unterhaltung und eine super Möglichkeit, Football kennen und lieben zu lernen. Für uns Spieler, egal ob Junioren, Ladies oder erste Mannschaft, sind die Bears wie eine grosse Familie und ein idealer Ort, um sich auszupowern ohne dabei den Kopf auszuschalten.

Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben? Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Einerseits ist der Glaube für mich Beruf. Als Sozialdiakon in Ausbildung arbeite ich in der Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon und besuche parallel dazu den Unterricht am TDS Aarau. Andererseits ist die Beziehung mit Gott auch privat sehr zentral für mich, ob alleine in der Stille oder im Hauskreis mit Freunden. Viele Freundschaften sind auch durch die Jugendgruppe meiner Kirchgemeinde entstanden.

Gibt es etwas, was die Kirche von Ihrem Verein lernen könnte?
Bei den Bears gilt: Was die Coaches sagen, wird umgesetzt. Ich glaube, dass (Gemeinde-)Leiterinnen und Leiter nicht zufällig in dieser Position sind, sondern dass Gott sie mit gutem Grund dort einsetzt. Mitbestimmen und sich einbringen ist sehr sinnvoll, aber es schadet vermutlich nicht, die Autorität der Gemeindeleitung anzuerkennen, auf ihre (geistgeführte) Weisheit zu vertrauen und als Gemeinde ihre Entscheidungen zu stützen.

 

(23. August 2019, Interview: Pascal Häderli)


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