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Spiritualität

Plötzlich tauchen Inseln auf

Bei Menschen mit Demenz sei die frühe und einfühlsame Begleitung entscheidend, betont Expertin Heidi Schänzle-Geiger. Auch die Spiritualität biete einen möglichen Zugang.

Im Thurgau sind derzeit schätzungsweise rund 4‘400 Menschen von Demenz betroffen. Und die Zahl steigt laufend an. Schon im alten Griechenland gab es das Krankheitsbild Demenz. Damals habe man es nur nicht so genannt, erklärt Heidi Schänzle-Geiger. Sie stiess vor 30 Jahren in ihrem Erstberuf als Pflegefachfrau erstmals auf Betroffene: «Ich habe von Anfang an sehr gerne mit Menschen mit Demenz zu tun gehabt», erinnert sie sich. Im Psychologiestudium habe sie sich deshalb intensiv mit der Thematik beschäftigt. Heute setzt die Neuropsychologin ihr Wissen nicht nur beruflich ein, sondern auch im Vorstand von Alzheimer Thurgau.

Demenz erfordert Umdenken
Schänzle-Geiger ist selber eine «Angehörige ». Ihre Mutter hatte eine Demenz. Sie weiss deshalb aus eigener Erfahrung, dass eine Demenzerkrankung eine enorme Herausforderung für die ganze Familie ist. Es sei ein schleichender, nicht eindeutiger Verlust des Menschen: «Ein geliebter Mensch verändert sich in seinen Fähigkeiten, seiner Persönlichkeit. Das stellt auch das Leben der Angehörigen auf den Kopf. Um die Situation besser zu verstehen und zu akzeptieren, ist es erforderlich umzudenken und Trauergefühle zuzulassen. » Sie macht gleichzeitig Mut und betont: «Wenn man früh begleiten kann, ist das Leben mit Demenz gut möglich.»

Spirituell aufblühen
Das einfühlsame Begleiten von Menschen mit Demenz lässt sich lernen – zum Beispiel in einem der verschiedenen Kurse von Alzheimer Thurgau. Heidi Schänzle-Geiger gibt ihr Wissen auch an Seelsorgerinnen und Seelsorger weiter, denn: «Die Spiritualität kann ein wichtiger Teil der Begleitung sein.» Sie diene vielen Demenzbetroffenen als Anker oder Orientierungshilfe: Altbekannte Kirchenlieder, Bibelabschnitte oder vertraute Gebete gewännen für Betroffene wieder an Bedeutung. Die spirituellen Erfahrungswerte seien – bildlich gesprochen – wie Inseln, die plötzlich aus dem Meer des Vergessens auftauchen. Das gebe auch den Angehörigen, die häufig am meisten zu leiden hätten, Mut und Zuversicht.


«Spirituelle Begleitung von Menschen mit Demenz», 21. September 2019, Kartause Ittingen: Fachtagung am Morgen, liturgische Feiern für Betroffene und Angehörige sowie Verleihung des Fokuspreises von Alzheimer Thurgau am Nachmittag.


(28. August 2019, Cyrill Rüegger)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

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