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Spiritualität

Wegzeichen von Angi Kündig

Ich schaue hinauf zu den Bergen – woher wird meine Hilfe kommen? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (Psalm 121, 1-2)

Ich war 15 Jahre alt, als ich diesen Vers aus einem kleinen Körbchen gezogen hatte. Das Jahr hatte gerade erst begonnen und vor mir lagen viele Entscheidungen: Wie geht es weiter nach der Oberstufe? Welche Lehre oder Schule werde ich machen? Wo ist der Platz, an den Gott mich stellen möchte und wie finde ich ihn? Ich wünschte, ich hätte meinem jüngeren Ich damals sagen können: «Deine Hilfe kommt vom Herrn – es kommt besser, als du es dir jemals wünschen könntest!» Der gezogene Vers war dazu gedacht, mich durch das kommende Jahr zu tragen – und das tat er. Noch mehr, er ist mir bis heute so lieb, dass er mittlerweile meine Zimmerwand ziert.

Der Psalmist sucht seine Hilfe bei Gott und der ganze Psalm ist ein grosses Bekenntnis seines Hoffens auf die Fürsorge und Hilfe Gottes. Dieses Bekenntnis wurde als Pilgerlied nach Jerusalem gesungen, als Loblied auf Gott und seine Grösse.

Die Frage, die der Psalmist nicht beantwortet, ist: Wie wird meine Hilfe kommen? Wenn ich Hilfe brauche, dann am liebsten gleich und genau so, wie ich es mir vorstelle. Ich erinnere mich an die kleine Geschichte «Spuren im Sand». Sie handelt von einem Mann, der in einem Traum mit dem Herrn am Strand spaziert und sein Leben als Bilder am Himmel betrachtet. Er sieht Fussspuren im Sand, seine eigenen und die des Herrn. Als er zurückblickt, stellt er erschrocken fest, dass in den schwierigsten Zeiten seines Lebens nur eine Fussspur zu sehen ist, und er fragt den Herrn, warum er ihm nicht geholfen hatte. Die Antwort: «Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast, da habe ich dich getragen.»

Gott, der alles überblickt, hat mir seine Hilfe versprochen. Und wenn ich mein Vertrauen auf Gott setze, gerät das «Wie» in den Hintergrund. Ich wünsche mir, jeden Tag mehr zu lernen, meinen Blick auf Gott zu richten und seine Hilfe zu erwarten. Denn er wird nicht zulassen, dass ich stolpere und falle, wie es weiter im Psalm heisst. Er selbst behütet mich, Tag und Nacht. Er behütet mich vor allem Übel, er bewahrt mein Leben.

Es erfüllt mich jedes Mal mit Ehrfurcht, wenn ich den Psalm lese. Gott, der Schöpfer von Himmel und Erde, ist meine Hilfe! Im letzten Vers des Psalms heisst es: «Der Herr behütet dich, wenn du kommst und wenn du wieder gehst, von nun an bis in Ewigkeit.»

Das wünsche ich auch Ihnen, liebe Leserinnen und liebe Leser: Möge Gott Ihre Hilfe sein!


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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