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Leben & Glauben

Den Kompass justieren

Wie wird «frohes Schaffen» zu mehr als einer Floskel? Dieser Frage geht das Forum christlicher Führungskräfte in Winterthur nach, das wegen der aktuellen Situation rund um das Coronavirus vom 20. März auf den 18. September verschoben wurde. Der Thurgauer Nationalrat Christian Lohr gehört zum Patronatskomitee und spricht im Interview darüber, wie er frohes Schaffen erlebt.

Herr Lohr: Das Tagungsmotto am Forum 2020 lautet «Frohes Schaffen». Es geht um das Spannungsfeld in der Unternehmens- und Politkultur zwischen Lebensglück und Erfolg. Wie erleben Sie Druck und können trotzdem «froh schaffen»?
Natürlich gibt es auch bei mir immer wieder Phasen, in denen ich noch etwas intensiver arbeiten muss. Ich erlebe diese dann aber nicht in erster Linie negativ, da ich es durchaus gerne habe, fokussierter wirken zu können. Konkret heisst dies, dass ich es sehr wohl als ein frohes, befriedigendes Schaffen empfinde, wenn ich mit eigenen Sonderanstrengungen etwas gezielt erreichen beziehungsweise bewirken kann. Es hatte auch damit zu tun, dass ich dabei regelmässig wertvolle eigene Grenzerfahrungen mache. Ich spüre dabei, was ich mir zutrauen kann und was mir möglich ist.

Warum ist es wichtig, dass in das «frohe Schaffen» auch christliche Werte einfliessen?
Für mich gehören Respekt, Anstand, Toleranz, gegenseitige Wertschätzung, Fairness und Solidarität in das Zusammenleben unserer Gemeinschaft. Sie bilden auch die Basis für ein «frohes Schaffen» auf verschiedensten Ebenen. Die wirtschaftliche Tätigkeit ist für mich dabei ebenso abgebildet wie beispielsweise das politische Handeln. Es braucht hierfür nicht neue oder andere Regeln, sondern wir sollten uns immer wieder auch selbstkritisch an den christlichen Werten orientieren. Mich persönlich motiviert es sehr, dass ich auf diesem durchaus auch demütigen Hintergrund sehr oft ein «frohes Schaffen» erlebe.

Warum stehen Sie hinter dem Forum?
Wenn sich Menschen mit vergleichbaren Haltungen treffen, austauschen, bringt das unsere Gesellschaft weiter. Über Erfahrungen zu reden, Einblicke in Lebensläufe und Projekte zu geben, daraus kann Neues entstehen, aber auch Bewährtes gestärkt weiterwachsen wachsen. Den Kompass zu justieren und gerade in der heutigen Zeit unserer Verantwortung gegenüber der Schöpfung wieder vermehrt bewusst zu werden, kann zu einem guten Forum-Resultat werden.

Sie haben auch am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos teilgenommen. Warum ist es wichtig, dass Politiker und Geschäftsleute, die sich auch im christlichen Umfeld bewegen, am WEF dabei sind?
Unsere Einstellung gegenüber der Arbeit, gegenüber der Wirtschaft als Ganzem, ist ja in einem grösseren Kontext zu sehen. Wir müssen eine Vorstellung haben und ein eigentliches Konzept entwickeln, wie wir die Zukunft angehen wollen. Partnerschaftliches, gerechtes Denken, in dem der Mensch auch würdevoll behandelt wird, ist für mich ein zentraler Punkt. Unsere Haltung und Kultur soll darin spürbar einfliessen.


Infos und Anmeldung: www.forum2020.ch


(Interview: Roman Salzmann, Februar 2020)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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