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Leben & Glauben

Der nötige Abstand lässt trauern

19.05.2020
Trauer ist die natürliche Reaktion eines Menschen auf Situationen, in denen Wesentliches verlorengeht. Gegenwärtig führt das «social distancing» zum Verlust von Beziehungen zu Menschen, die in Begegnungen ihren Ausdruck finden.

Herr K. begleitet seit Jahren seine Frau. Sie ist seit langem an Demenz erkrankt. Seit einem Jahr wohnt sie im Alters- und Pflegeheim. Täglich besucht er sie. Wenn es möglich ist, gehen die beiden spazieren. Herr K. antwortet geduldig auf ihre wiederkehrenden Fragen, und gemeinsam erfreuen sie sich am Gesang der Vögel im nahegelegenen Wäldchen. Jetzt aber ist es anders. Die Pandemie liess Besuche im Altersheim nur noch in ganz besonderen Situationen am Lebensende zu. Mittlerweile hat die Thurgauer Regierung das Besuchsverbot zwar gelockert, aber Besuche sind nur unter strengen Auflagen möglich. Eine grosse Herausforderung für Herrn K. und seine Frau, die das Ganze nicht versteht.

Leben mit Abstand
«Wir waren ja immer beisammen», sagt Herr K. «Schon den Umzug haben wir nur schwer gemeistert. Aber jetzt… Sie versteht es ja nicht. Auch, wenn die Pflegenden sich wirklich alle Mühe geben.» Die Eheleute K. stehen für viele Menschen, die in der Zeit der Pandemie von den Abstandsmassnahmen besonders betroffen sind: Ältere und Vorerkrankte. Alleinsein hinterlässt Spuren. Gesundheit, so die WHO, ist «umfassendes Wohlbefinden in körperlicher, seelischer, sozialer und spiritueller Hinsicht». Alleinsein trifft den ganzen Menschen.

Uneindeutiger Verlust
So stellt Heidi Schänzle-Geiger, Psychologin und Vizepräsidentin Alzheimer Thurgau, fest: «Dementiell erkrankte Menschen erfahren im Alltag durch den Kontakt zu ihren Angehörigen Stabilität. » Wo dieser wegbricht, geraten Menschen in emotionale Krisen, die für sie selbst, aber auch für Angehörige und professionell Begleitende besondere Herausforderungen darstellen. «Für die Angehörigen von Menschen mit Demenz, welche durch den schleichenden Verlust eines geliebten Menschen eine vorweggenommene Trauererfahrung machen, kumuliert das Verlusterleben – ein uneindeutiger Verlust – eine enorme Herausforderung für die Psyche der Angehörigen», so Heidi Schänzle-Geiger.

Nicht nachholbarer Abschied
Aber auch dort, wo ein Leben in dieser Zeit zu Ende geht, kann aus der Abschiedssituation ein aussergewöhnliches Ereignis werden. Diese Erfahrung machen vor allem Menschen in Institutionen. Wenn ein Mensch stirbt, lässt sich der Abschied nicht noch einmal «nachholen». Der Versterbende, der – umsorgt von Professionellen, die ihr Bestes geben – von seinen Angehörigen nicht oder nur eingeschränkt besucht werden kann, kann später nach seinen Gefühlen nicht mehr gefragt werden. Was dies für die letzte Lebensphase bedeuten kann, lässt sich wohl nur erahnen. Für Hinterbleibende spielt in der Regel die persönliche Abschiednahme eine wichtige Rolle. Es ist bekannt, dass das Durchleben der Abschiedsphase wesentliche Auswirkungen auf das Weiterleben hat. Trauer zu leben ist für das weitere Leben lebenswichtig.

Sorge um Bedürftige
Ausnahmen von den Besuchsregelungen für diese sensible Zeit am Lebensende, die «terminale Situation» gehören zum Versuch, das im Art. 33 des Gesundheitsgesetzes des Kantons Thurgau festgehaltene Recht auf eine «würdevolle Sterbebegleitung» und ein «würdevolles Abschiednehmen» unter den so veränderten Bedingungen umsetzen zu können. Die Verfügbarkeit von ausreichender Schutzkleidung und eine weitreichende Auslegung des Begriffs «terminale Situation» können helfen, die Bedürfnisse von Sterbenden und ihren Angehörigen nach Begegnung unterstützen zu können

Abschiedsgestaltung
Auch die Abdankung steht unter veränderten Vorzeichen. Die sorgsame Begleitung auf dem Weg dorthin kann Trauerräume eröffnen, die den Hinterbleibenden helfen können, mit ihrer unter erschwerten Bedingungen erfahrenen Trauer weiter leben zu lernen.


(Karin Kaspers-Elekes)

Besuchsverbot aufgehoben

Seit dem 16. März waren Besuche im Altersheim verboten, die einzige Ausnahme bildeten Besuche aufgrund besonders belastender Situationen, zum Beispiel am Lebensende. Im Kanton Thurgau hat die Regierung entschieden, das Besuchsverbot ab dem 1. Mai leicht zu lockern. Seither sind Besuche wieder erlaubt, allerdings mit klaren Vorgaben. So muss der Besuch angemeldet werden, der Besuch muss in einer extra dafür vorgesehenen Zone stattfinden und die Abstandsregeln müssen eingehalten werden. Personenbezogene Tätigkeiten in den Alters- und Pflegeheimen sind wieder erlaubt. (pd)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

Von Fredy Rechsteiner erfasst am 29.09 2020 20:41

Vorsicht, Rücksicht und Zuversicht

Frank Sachweg unterstellt den Corona-Massnahmenkritikern, sie seien assoziale, unverschämte Egoisten und kennen weder Vorsicht noch Rücksicht. Dabei erkennt er nicht, das diese Personen gerade aus Nächstenliebe die übertriebenen Massnahmen ablehnen. Niemand hat etwas gegen Händewaschen usw. Dies ist der Blitzableiter, der schon immer angewandt wurde. Einfach und wirkungsvoll. Die neuen Massnahmen, die nun aber die physische und psychische Gesundheit angreifen und die Abwehrkräfte schwächen, werden mehr Opfer fordern als die sogenannte Pandemie selbst. Das Coronavirus wird Opfer fordern wie jede schwere Grippewelle bisher, aber es ist keine alles dahinraffende Seuche. Wer das um jeden Preis verhindern will, nimmt auch in Kauf, dass für seine Sicherheit 100tausende Kinder verhungern, hunderte Millionen Menschen ihre existenzielle Lebensgrundlage verlieren oder Tausende in den Suizid getrieben werden. Auch die Folgen von Sauerstoffmangel durch Maskentragen (Förderung von Demenz) oder von gentechnisch hergestellten Impfstoffen werden nicht spurlos an uns vorbeigehen. Wenn nun auch noch das Argument aufgegriffen wird, man dürfe niemanden gefärden, muss grundsätzlich alles verboten werden. Autofahrer gefärden, Alkohol gefärdet, sogar ein Bienenstich kann das Leben bedrohen. Vorsichtig, rücksichtsvoll und zuversichtlich wollen wir alle sein. Die Frage ist, was ist unsere Motivation? Ist es die Liebe oder die Angst? Die Bibel sagt dazu: Wirkliche Liebe ist frei von Angst. Ja, wenn Gottes vollkommene Liebe uns erfüllt, vertreibt sie sogar die Angst. Wer sich also fürchtet und vor der Strafe zittert, bei dem ist Gottes Liebe noch nicht zum Ziel gekommen. 1.Johannes 4:18

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