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Spiritualität

«Aufgeben ist nie eine Lösung»

19.08.2020
Als die Musikgesellschaft Ermattingen kurz vor dem Zerfall stand, tat der Vorstand alles, um die Mitgliederzahlen zu erhöhen: Mit Erfolg. Fabienne Stauffer findet: «Dieses Beispiel soll Kirchgemeinden ermutigen, wenn es an Vorstandsmitgliedern oder freiwilligen Mitarbeitenden mangelt.»

Fabienne Stauffer


Alter:
 21
Wohnort: Ermatingen
Tätigkeit: Studentin
Kirchliches Engagement: Jugendarbeit (Teenie-Camps, KidsCamps, Kinderwochen, etc.) in der Evangelischen Kirchgemeinde Ermatingen
Mitgliedschaften: Musikgesellschaft Ermatingen
Hobbys: Volleyball, klettern, lesen, Klarinette, Oboe

 

Was gefällt Ihnen am Vereinsleben besonders?
In der Musikgesellschaft sind wir trotz beträchtlicher Altersunterschiede eine eingeschweisste und eng zusammengewachsene Truppe. Alle werden herzlich im Verein aufgenommen und finden sofort ihren Platz. Die Vereinsmitglieder sind sehr gesellig, freundlich und freuen sich immer, einen zu sehen. Besonders schön ist, dass die Mitglieder nicht nach ihren Leistungen beurteilt werden. So können alle mitspielen, unabhängig vom musikalischen Niveau.

Welchen Beitrag kann Ihr Verein für die Gesellschaft leisten?
Wir spielen an vielen Anlässen im Dorf, wo wir meist ein anderweitiges Programm musikalisch umrahmen – sei dies ein Gottesdienst in der Kirche, die Rangverkündigung des alljährlichen Gangfischschiessens oder den Frühschoppen der Staaderchilbi. Unsere Auftritte stossen auf grossen Zuspruch aus der Bevölkerung. Das Publikum meldet uns vermehrt zurück, dass ein Anlass durch unser Mitwirken bunter und fröhlicher wird.

Welche Rolle spielt der Glaube in Ihrem Leben? Können Sie dafür ein konkretes Beispiel nennen?
Der Glaube an Jesus spielt eine zentrale Rolle in meinem Leben. Er begleitet mich durch den Alltag, wo er mich Situationen und Menschen mit neuen Augen sehen lässt und mich in wichtigen Entscheidungen leitet. Gleichzeitig ist er auch ein sicherer Fels und ein Ruhepol. Ich erfahre tagtäglich, muss es mir aber manchmal auch selbst in Erinnerung rufen, dass ich bedingungslos geliebt werde. Und das ungeachtet dessen, was andere Menschen sagen oder tun, oder wie ich mich gerade fühle.

Gibt es etwas, was die Kirche von Ihrem Verein lernen könnte?
Ein konkreter Fall der Musikgesellschaft vor ein paar Jahren: Die Mitgliederzahlen gingen immer weiter zurück, die Motivation war am Tiefpunkt. Kurzgefasst, der Verein stand kurz vor dem Zerfall. Der damalige Vorstand hat aber nicht aufgegeben, wie es viele erwartet hätten. Sie haben sich zusammengesetzt, ihre Fantasie und Kreativität genutzt und nach neuen Möglichkeiten gesucht, Mitglieder anzuwerben. Daraus ist eine heute gut funktionierende Jugendförderung geworden und später dann auch eine Bläserklasse für Erwachsene. Heute zählt der Verein so viele Mitglieder wie schon lange nicht mehr. Dieses Beispiel soll Kirchgemeinden ermutigen, wenn es an Vorstandsmitgliedern, freiwilligen Mitarbeitenden, etc. mangelt. Aufgeben ist nie eine Lösung. Auch wenn die Zeiten hart sind und ein Ausweg schier unerreichbar scheint, mit vereinten Kräften kann immer eine Lösung gefunden werden.

 

(Interview: Jana Grütter)


Von Jürg Hartmann erfasst am 28.11 2019 21:42

Zum Thema "Glaubensvorstellungen"

Fragen an Buddha Fragen an Allah Fragen an Gott Fragen an Manitou Fragen an Mohammed Fragen an das Göttliche im Menschen Wenn ich mir vorstelle, das Göttliche würde mir gegenübersitzen, was wäre dann? So setze ich mich hin und bitte das Göttliche, mir gegenüber Platz zu nehmen. Die Stühle sind bequem, sehr geeignet, ganz hier zu sein. Ganz. Da sitzen wir zwei, schweigsam, nachdenklich aber ganz da. Mich sieht man gut, mich erkennt man gut, das Göttliche aber lässt weder Worte noch Bilder zu, denn in Worte und Bilder gefasst ist das Göttliche nicht mehr göttlich sondern menschlich. Für unsere Kinder sind die Bilder wichtig und notwendig, für erwachsene Menschen bezweifle ich das ernsthaft. Die Antworten aber, die kann ich hören, vielleicht auch wahrnehmen, das reicht, muss reichen. Und so komme ich zu meiner ersten Frage: «Ich weiss, ich könnte Dich jetzt fragen, warum Du all das Schreckliche, Böse und Teuflische auf dieser Welt zulässt, die Kriege, die Gewalt, Vernichtung und Tod. Doch genau diese Frage stelle ich jetzt nicht. Ich versuch’s also andersherum. Ich frage Dich und nur Dich: Wie kommt es denn, dass wir Dich immer wieder fragen, was ich fragen könnte wie oben erwähnt. Wie also kommt das?» Das Göttliche ist irgendwo im Raum, meine ich, seine Stimme aber kann ich klar und deutlich hören, das ist die Hauptsache, und damit höre ich auch seine Antwort. ES sagt: «Deine Frage ist gut, lieber Mensch, ich denke nach. Kannst Du Dir vorstellen, welcher Art meine Gedanken hier sind?» Ich bin überrascht. Da stelle ich ihm eine meiner ganz wichtigen Fragen und nun soll ich mir vorstellen, was ES meint, was ES denkt. Komisch, ungewohnt, ich weiss nicht recht und bin verwirrt. So antworte ich: «Du siehst, Deine Antwort macht mich wirr, die Worte in meinem Kopf fliegen kreuz und quer und suchen nach einer Ordnung. Das will nun heissen, ich denke nach, ich denke laut nach, dann kannst Du meine Gedanken gleich mithören. Also: Deine Antwort wirkt, ich beginne zu suchen, suche jedoch bei mir und in mir. So weit bin ich im Moment.» Das Göttliche antwortet sofort: «Ganz genau, Du hast es erkannt denn Du suchst bei Dir. Du suchst nicht in den Wolken, hinter denen Du mich vermutest, Du suchst nicht beim Papst, meinem angeblichen Stellvertreter auf Erden, Du suchst nicht aussen, sondern innen, das ist der Punkt!» Damit bin ich wieder allein im Raum, allein mit meinen Fragen, ganz auf mich zurückgeworfen, auf mich gestellt. Vielleicht ist das der Punkt, vielleicht ist das die Antwort des Göttlichen an mich: «Geh auf die Suche, immer wieder, und suche in Dir, mit Dir und natürlich auch zusammen mit anderen Menschen. Doch bleib auf der Suche, immer.»

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