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Spiritualität

Krafft macht Hoffnung

25.05.2021
Was erhoffen sich Menschen im Leben? Der Ostschweizer Andreas Krafft forscht zu dieser Frage und stösst mitunter auf verblüffende Antworten. Ausser Frage steht: Der Glaube an Gott macht hoffnungsvoller und zufriedener.

Hoffnung ist angesichts der Corona-Pandemie rar gesät, könnte man meinen. Doch Andreas Krafft hält dagegen: «Die Krise hat nicht nur Ängste und Sorgen, sondern mindestens genauso viele positive Reaktionen ausgelöst.» Der Wirtschaftspsychologe stützt sich auf das neueste Hoffnungsbarometer, in dessen Rahmen jedes Jahr Menschen nach ihren Hoffnungen befragt werden. Die Resultate zeigen: Die meisten Schweizerinnen und Schweizer haben nach wie vor mehr Hoffnungen als Ängste und verfügen über eine positive Zukunftseinstellung. «Wir erhoffen uns in erster Linie Gesundheit, eine glückliche Partnerschaft sowie ein harmonisches Leben», erläutert Krafft. Auch eine sinnvolle und zufriedenstellende Aufgabe im Leben sei wichtig. Die Hoffnungen auf mehr Geld, mehr Sex sowie Karriere stünden hingegen am Ende der Rangliste.

Zuversicht als Lebenshaltung
Hoffnung habe auch eine spirituell-religiöse Dimension, ergänzt er. «Personen, die auf Gott vertrauen, sind bedeutend hoffnungsvoller und mitfühlender als Menschen, die das nicht tun. Und das Vertrauen auf Gott hat einen positiven Zusammenhang mit der Zufriedenheit im Leben.» Diesen Schluss legten auch die Resultate des Hoffnungsbarometers 2021 nahe: Die religiösen Menschen berichteten über signifikant höhere Werte der Hoffnung, des psychologischen und sozialen Wohlbefindens sowie des positiven Umgangs mit der Corona-Krise. Auch persönlich mache er diese Erfahrung: Für ihn sei Hoffnung nämlich nicht nur ein Forschungsthema, sondern eine Lebenshaltung: «Dazu gehören ein tiefer Glaube und ein allgemeines Vertrauen darin, dass sich auch schwierige Situationen früher oder später zum Guten wenden.»

In der Liebe verankert
In den Seligpreisungen der Bergpredigt kommt dieser Aspekt gemäss Krafft gut zum Ausdruck: «Hier entspringt das Glück aus dem Glauben an Gott und der daraus resultierenden Hoffnung auf eine gute Zukunft. Glaube und Hoffnung – und damit Glück – sind wiederum in der Liebe verankert, in Form von Trost, Freundlichkeit, Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden.» Forschungsergebnisse belegten: Menschen mit selbst-transzendenten Werten wie Hilfsbereitschaft, Fürsorge, Toleranz und Gleichberechtigung seien hoffnungsvoller, zufriedener und glücklicher als Menschen, die lediglich nach Macht und Prestige strebten. «Das Wundervolle des Glaubens ist, dass Gott den Menschen die guten Werte schenkt und sie dadurch glücklich macht – sofern sie es möchten.»

(Cyrill Rüegger)

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Glücks-Häppchen

Himmel. Wer «im siebten Himmel schwebt», ist ultimativ glücklich. Meist geht es dabei um Liebe. Sie ist laut Bibel die höchste Kraft. Der «siebte Himmel» stammt indes aus dem Talmud, einem jüdischen Schriftwerk.

Schwein. Bei Sportwettkämpfen im Mittelalter bekam der Letztplatzierte ein Ferkel als Trostpreis. Aus diesem Grund spricht man heute noch von «Schwein haben», wenn einem unerwartet das Glück zufällt.

Single. «Zwei sind besser dran», besagt Prediger 4,9. Aber auch das Single-Dasein kann sich positiv aufs Glück auswirken. So sind Singles oft besser vernetzt als Verheiratete. Und sie entwickeln bewusster ihre Persönlichkeit.


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