News aus dem Thurgau

Beirat soll Berufe fördern

von Manuel Ditthardt
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29.09.2026
Fachkräftemangel und veränderte Anforderungen an kirchliche Berufe sorgen für Herausforderungen in der Evangelischen Landeskirche Thurgau. Aus diesem Grund hat der Kirchenrat einen Beirat eingesetzt, der kirchliche Berufe ansprechender machen soll.

Der Beirat «Attraktive Berufsbilder» arbeitet seit März dieses Jahres an einem Konzept, um kirchliche Berufe attraktiver zu gestalten. Aktuelle Herausforderungen sind beispielsweise der Nachwuchsmangel und die rückläufigen Finanzen der Kirchgemeinden. Auch die fehlende Attraktivität der Anstellung durch sehr kleine Pensen und eingeschränkte Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung stellen Schwierigkeiten dar. Der Beirat konzentriert sich dabei vor allem auf die Berufe in den Bereichen Pfarramt, Sozialdiakonie, Jugendarbeit, Katechetik und Kirchenmusik.

Bestehende Strukturen prüfen

Gemäss Ruth Pfister, Kirchenrätin und Leiterin der Sitzungen des Beirats, sei es das Ziel, die bestehenden Strukturen dieser Berufe zu prüfen. Dadurch soll festgestellt werden, welche Strukturen hinderlich oder nützlich sind und an welchen Stellen eine intensivere Zusammenarbeit unter den Berufen sinnvoll wäre. Um die Perspektiven aller Berufsbereiche zu integrieren, wurde der zehnköpfige Beirat wie folgt zusammengesetzt: Kirchenratsmitglieder mit unterschiedlichen Ressorts sowie Personen aus den verschiedenen Berufsgruppen.

Mitarbeitende befragt

Zu Beginn, so Pfister, habe man im Beirat das Mandat und somit die «gemeinsame Zielsetzung und Arbeitsweise» besprochen. Zudem wurden die Ausgangslagen mitsamt den rechtlichen Bestimmungen für die verschiedenen Berufe ausgewertet und diskutiert. Anschliessend habe man einen Blick auf die Bedingungen der Berufe in anderen Kantonen und ähnliche Projekte zur Attraktivitätssteigerung von kirchlichen Berufen geworfen.

Im Sommer lancierte der Beirat ausserdem eine Umfrage bei den Mitarbeitenden der Thurgauer Landeskirche. «Gefragt wurde unter anderem, was Menschen zu ihrem Beruf motiviert hat, was ihnen heute Freude bereitet und welche Aspekte sie als belastend erleben», erzählt Ruth Pfister. Die Antworten werden analysiert und als Basis für weitere Schritte verwendet.

Was sorgt für Attraktivität?

Aber auch schon vor der fertigen Auswertung der Umfrage zeichnet sich laut Pfister ab, was in Zukunft wichtig sein dürfte, um die Attraktivität der Berufe zu steigern: gute Arbeitsbedingungen mit klarer Rollenverteilung, eine verlässliche Begleitung in schwierigen Situationen sowie Weiterentwicklungsmöglichkeiten. «Attraktivität entsteht nicht nur durch Lohn- oder Stellenfragen, sondern auch durch Sinn, Gestaltungsraum, Wertschätzung, gute Leitung und tragfähige Strukturen», erklärt Pfister.

Brückenbauer gesucht

Gemäss der seit 2012 aktiven Kirchenrätin gehe es weniger darum, Berufe abzuschaffen oder neue Berufe zu kreieren. Vielmehr wolle man das Aufgabenprofil und die Rolle eines kirchlichen Berufs anpassen. «Kirchliche Arbeit braucht künftig vermutlich noch mehr Menschen, die Brücken bauen: zwischen Generationen, zwischen Kirche und Gesellschaft, zwischen Freiwilligenarbeit und professionellen Aufgaben», listet Pfister auf.

Als bereits gelungene Beispiele der Attraktivitätssteigerung von kirchlichen Berufen nennt sie die interprofessionelle Zusammenarbeit und eine Aufgabenverteilung nach Kompetenzen. Ebenfalls betrachtet Pfister es als Erfolg, wenn Mitarbeitende genügend Gestaltungsspielraum in Kirchgemeinden erhalten. Zudem seien Berufe attraktiv, wenn Wertschätzung und konstruktive Kommunikation im Arbeitsumfeld gelebt werden.

 

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