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Wo soll Kirche drin sein?

Wie versteht sich kirchliche Seelsorge, die für alle Menschen da ist, an Orten, die nicht als kirchlich erkennbar sind? Vielerorts, wo nicht Kirche draufsteht, ist trotzdem auch Kirche drin.

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Seelsorge wird als «Eigenmarke» der christlichen Kirchen verstanden. Kirchliche Seelsorgende sind aber auch an Orten und in Situationen tätig, die nicht als kirchlich erkennbar sind und auch nicht so verstanden werden: In der Notfallseelsorge im Care Team Thurgau, in der Armeeseelsorge, bei der Dargebotenen Hand, in der Internetseelsorge, in der Spital- oder Gefängnisseelsorge oder im Asylwesen. Kirchliche Seelsorgende treffen dort auf Menschen mit unterschiedlicher Nähe und unterschiedlichem Bezug zum christlichen Glauben und zur Kirche, auf Angehörige anderer Religionen, auf erklärte Atheisten, auf Esoteriker – sie begegnen der ganzen Vielfalt von Lebensentwürfen und Lebenseinstellungen.

Seelsorgende als «kirchliche Vorposten»
Der Berner Theologieprofessor Christoph Morgenthaler hat einmal von «kirchlichen Vorposten» gesprochen: «Spitalseelsorgerinnen und -seelsorger entwickeln in einem säkularen Umfeld eine religiöse Sprache, wie sie Menschen heute brauchen: verständlich, bedürfnisorientiert, inspirierend, kritisch, spirituell. Sie zeigen, wie Kirchen insgesamt menschenfreundlicher und seelsorglicher werden können.»

«Auch dort, wo nichts mehr gemacht werden kann»
Das Plädoyer für den Wert der Seelsorge, das Morgenthaler unter dem Titel «Sieben Gründe, warum Spitalseelsorge notwendig ist» in der Schweizerischen Kirchenzeitung gehalten hat, kann durchaus auch für weitere Arbeitsfelder der kirchlichen Seelsorge gelten, die nicht in einem direkten kirchlichen Bezug stehen. Als einen der sieben Gründe, die für die Spitalseelsorge sprechen, nennt Morgenthaler den Umgang mit den Grenzen der menschlichen Möglichkeiten: «Seelsorge begleitet Menschen auch dort, wo nichts mehr gemacht werden kann.» Die Redaktion des Kirchenboten hat zwei Seelsorgende, die Menschen an nichtkirchlichen Orten oder in aussergewöhnlichen Lebenssituationen begleiten, gefragt, wie sie ihren Dienst verstehen.


Sieben Gründe für Spitalseelsorge: www.evang-tg.ch/siebengruende


(23. Mai 2019, Ernst Ritzi)

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