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Was bewegt uns zur neuen Sorge füreinander?

Der Begriff «Caring Communities» hat Hochkonjunktur. Wie können Netzwerke, in denen Menschen Sorge, Nähe, Zuwendung und Mitgefühl erleben, gestärkt werden? Was können Kirchgemeinden dazu beitragen?

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«Sorgende Gemeinschaften» sind nichts Neues. Kirchenratspräsident Pfarrer Wilfried Bührer erinnerte sich anfangs April am Impulsabend Diakonie zum Thema «Lebensqualität durch Nähe» an seine erste Kirchgemeinde im ländlichen Thurgau vor 35 Jahren: «Möglicherweise versuchen wir die Verbindlichkeit des Zusammenlebens zurückzugewinnen, die es damals noch gab.» Das Bedürfnis nach Nähe und gegenseitiger Anteilnahme könne durchaus als Gegenbewegung zum Individualismus verstanden werden. Mit Eva Niedermann, Fachmitarbeiterin Alter und Generationen der Reformierten Kirche Kanton Zürich, hatte die Fachkommission Diakone der Thurgauer Landeskirche die richtige Person zum Impulsabend eingeladen. Sie machte deutlich, warum die «Caring Communities» in aller Munde sind und warum die Kirchgemeinden gute Voraussetzungen mitbringen, dass in der Gesellschaft mit ihrer Hilfe eine neue «Ethik der Achtsamkeit» entstehen, aufleben und wachsen kann.

Sorgende und Umsorgte stehen im Wechselspiel
In ihrer Einführung in die Gedankenwelt der «sorgenden Gemeinschaften» machte Eva Niedermann deutlich, dass die Beziehung zwischen sorgenden und umsorgten Menschen nicht eindimensional bleibt: «Jemand, der Sorge und Zuwendung nötig hat, kann immer auch selber Sorge geben.» Zu den bereits bestehenden Netzwerken «sorgender Gemeinschaften» gehören die Besuchsdienste der Kirchgemeinden, die zum Teil zusammen mit der katholischen und der politischen Gemeinde oder mit der Spitex, mit Pro Senectute oder mit Frauenvereinen getragen werden.

Grosser Andrang bei «Letzte-Hilfe-Kursen»
Eva Niedermann berichtete von einem «unglaublichen Andrang» auf die «Letzte- Hilfe-Kurse», die die Zürcher Landeskirche seit einigen Jahren anbietet. Die «Umsorge » von und für Menschen am Lebensende sei offenbar ein brennendes Thema. Offensichtlich bestehe bei den Menschen ein Bedürfnis, über die letzten Dinge im Leben zu sprechen.

Die Redaktion des Kirchenboten hat zwei Teilnehmerinnen des Impulsabends Diakonie vom 4. April 2019 gebeten, zu beschreiben, was sie von sorgenden Gemeinschaften erwarten (siehe Artikel unten). Diskutieren auch Sie mit, indem Sie weiter unten die Kommentarfunktion nutzen.


(18. April, Text: Ernst Ritzi, Bild: pixelio.de)

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