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Könnte unsere Kirche mehr Humor vertragen?

Clowns bringen ihr Publikum zum Lachen und gleichzeitig zum Nachdenken. Auch die Gottesdienste in unseren Kirchen wollen uns zum Nachdenken bringen. Etwas mehr Humor und Lachen könnte aber nicht schaden.

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Es ist die hohe Kunst von Clowns, die Menschen ohne Worte in ihren Bann zu ziehen. Der deutsche Kirchenclown Leo (Steffen Schulz) beschreibt die Verbindung zum Publikum in einem Interview mit «ERF online» so: «Humor entfacht Freude, und wo Freude herrscht, da pulsiert das Leben. Der Clown veranschaulicht das gut. Er ist nicht kopflastig, sondern sehr körperbetont. Bevor er auf andere Menschen zugeht, horcht er in sich selbst hinein. Da rauscht es gewaltig. Halten Sie auch einmal Ihre Handflächen auf Ihre Ohren und überzeugen Sie sich selbst davon. Wenn Clown Leo zum Beispiel die Schöpfungsgeschichte erzählt, erlebt er sie gleichzeitig mit jeder Faser seines Körpers. Das kann sehr komisch aussehen und löst Lachen aus.»

Humor – ob nun mit oder ohne Worte – hat auch aus seelsorglicher und theologischer Sicht eine grosse Bedeutung. «Im Humor steckt ein grosses Potential für die Seelsorge», stellt der Wiener Theologieprofessor Johann Pock in einem Beitrag zum Thema «Wer zuletzt lacht… – Humor als Mittel der Seelsorge» fest. Für Pock ist selbstverständlich, dass Humor auch zum Gottesdienst gehört: «Es gibt eine Regel, dass es wenigstens einmal im Gottesdienst etwas zum Lachen geben sollte. Lachen hat die positive Wirkung, dass es entspannt. Eine humorvolle Bemerkung kann manchmal eine Sache besser auf den Punkt bringen als eine richtige Analyse.» In seiner Analyse nimmt er Bezug auf das christliche Osterlachen: Es sei «daher nicht primär ein künstlich im Ostergottesdienst hervorgerufenes Gelächter, sondern das Lachen des Christen angesichts der Machtlosigkeit des Todes. Humor ist daher etwas genuin Christliches.»

Die Redaktion des Kirchenboten hat einen Clown und eine Pfarrerin, die zuweilen als Clownin auftritt, danach gefragt, was sie sich davon versprechen würden, wenn der Humor in den kirchlichen Angeboten vermehrt zum Zuge käme.


(Text: Ernst Ritzi, Bild: Bild: Hannelore Louis / pixabay.com)

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